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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Nach einer Woche vom Kutter befreit

06.01.2018

Wangerooge /Harlesiel /Lundy Dass sich Schiffe zwischen Wangerooge und Harlesiel festfahren, gab es schon immer: Eine Woche lang saß Johann Germer einmal an Bord der „MS Oldenburg“ fest. Im Nebel waren sie vom Fahrwasser abgekommen, hatten sich festgefahren – und kamen nicht weg. Schlimm war das nicht. „Wir haben es uns immer nett gemacht“, sagt Johann Germer und lacht. Viele Jahre lang war Germer Matrose auf der „MS Oldenburg“ – und hat dort so einiges erlebt.

60 Jahre – so alt wird die „MS Oldenburg“ in diesem Jahr. 1958 wurde sie von der Rolandwerft in Bremen gebaut. Bis 1982 fuhr sie zwischen Harlesiel und Wangerooge – sowohl als Passagier-, als auch als Frachtschiff – und auch nach Helgoland.

„MS Oldenburg“

60 Jahre – so alt wird die „MS Oldenburg“ in diesem Jahr. Das Schiff ist viele Jahre zwischen Wangerooge und Harlesiel gefahren. Der Jeverland-Bote der NWZ stellt das Schiff sowie Menschen und ihre Erinnerungen daran vor:

Johann Germer ist viele Jahre als Matrose auf dem Schiff gefahren.

NWZ Die MS Oldenburg wurde 1958 von der Rolandwerft in Bremen gebaut. Bis 1982 fuhr sie zwischen Harlesiel und Wangerooge – sowohl als Passagier-, als auch als Frachtschiff. Dann wurde sie an die Reederei Warrings verkauft und diente für Butterfahrten zwischen Leer und Wilhelmshaven.

1985 wurde sie dann an den Landmark Trust in Großbritannien verkauft und überholt. Heute fährt die „MS Oldenburg“ von Bideford und Ilfracombe zur Insel Lundy. Liebevoll nennen die Engländer die „Oldenburg“ auch „Große alte Dame“.

Zum 50. Geburtstag der „MS Wangerooge“ reiste eine Delegation extra nach Bideford, um zu feiern. Mit dabei war auch Reinhard Hempen. Sein Vater Franz war von 1958 bis 1979 Kapitän auf der „Oldenburg“, als es noch zwischen Harlesiel und Wangerooge fuhr. Auch Gerd Huber, der Maschinist auf dem Schiff war und auf Wangerooge lebt, war dabei.

Wie in den 60er Jahren zwischen Harlesiel und Wangerooge versorgt die „Oldenburg“ jetzt die Insel Lundy mit Fracht.

Auf der Felseninsel im Bristol-Kanal mit einem Höhenunterschied von 400 Metern zwischen Anleger und Dorf leben lediglich etwa 30 Menschen. Lundy ist die Insel der Papageientaucher und wird gern von Campern, Wanderern, Kletterern und Vogelfreunden besucht.

Weniger Passagiere

1971 hat Johann „Jan“ Germer zum ersten Mal das Schiff betreten. „Ein wunderschönes Schiff“, stellt er schwärmend klar. In seinem Haus hat der 70-Jährige viele Bilder zu Erinnerung an diese Schönheit hängen. Knapp 400 Passagiere hatten darauf Platz. „Im Winter weniger, weil dann nur die unteren Decks geöffnet waren.“ Zum Vergleich: Auf den Fähren, die heute nach Wangerooge fahren, können mehr als 200 Personen mehr mitfahren.

Doch das ist nicht das einzige, was die „MS Oldenburg“ von den heutigen Passagierschiffen unterscheidet: so diente sie im Winter auch als Frachtschiff. „Die eigentlichen Frachtschiffe sind im Winter nicht gefahren“, erinnert sich Germer. „Also sind wir nach Harlesiel gefahren, hatten dort zweieinhalb Stunden Aufenthalt und haben Fracht aufgeladen und Passagiere an Bord gelassen.“

Übrigens besonders wichtig: dass die Getränkelieferanten das Schiff beluden. „Das Bier auf der Insel durfte nicht fehlen“, scherzt Germer. Aber auch die Post wurde mit dem Schiff gebracht. Flieger gab es damals noch nicht.

Manchmal – wenn das Wetter zu schlecht war – konnte allerdings nicht am Hafen Harlesiel festgemacht werden. Beide Anleger, sowohl auf der Insel als auch am Festland, waren damals noch nicht so ausgebaut und geschützt wie heute. Die Strömungen waren stärker, weiß Germer. „Wenn wir nicht festmachen konnten, fuhren wir weiter nach Wilhelmshaven oder Bensersiel und haben dort Passagiere und Fracht aufgenommen.“ Manchmal lagen sie dann sogar zwei Tage vor Ort. „Aber das war sogar schöner – so hatten wir mehr Zeit an Bord“, sagt Germer und lacht. So ist er eben, ein Matrose durch und durch.

Mit der See und dem Wetter ist das eben so eine Sache. Das hat Germer nicht nur bei Sturm, sondern auch bei Nebel erfahren, als sich die „MS Oldenburg“ festgefahren hatte. „Da waren wir auf einem richtigen Haufen und kamen nicht mehr weg.“

Schöne Erinnerungen

Zum Glück lag das Schiff allerdings nahe am Steindamm Harlesiel. „So konnte einer bei Niedrigwasser einfach darüber spazieren und Essen und Trinken für die Besatzung holen.“ Dass nämlich alle von Bord gingen, kam nicht in Frage. „Alle blieben da, zur Überwachung.“

Um das Schiff zu befreien, kam ein Kutter zur Hilfe. „Der ließ einfach seine Schraube laufen und wühlte so den Schlick auf, damit wir freie Bahn hatten.“ Eine Woche lang hat das gedauert.

Wenn Germer so zurückblickt und in Erinnerungen schwelgt, lächelt er oft und es wird deutlich, wie viel Freude ihm die Arbeit bereitet hat – auch wenn die Besatzung mal auf dem Schiff festsaß. Denn dann hatte er wieder mehr Zeit an Bord, was er ganz und gar nicht schlimm fand. Im Gegenteil.

„Früher war es üblich, dass das Schiff jeden Abend nach der letzten Fahrt am Wangerooger Anleger festmachte und dort über Nacht blieb“, so Germer. Die Folge: er übernachtete an Bord. Und das war für den Matrosen einfach nur wunderbar.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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