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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Sogar ein Wettrennen hat sie gewonnen

09.01.2018

Wangerooge /Harlesiel /Lundy Er kennt sie in- und auswendig. Er kennt jede Rundung, jede Macke, ihre inneren und äußeren Werte – immerhin ist er viele Jahre auf ihr gefahren.

Gerd Huber von Wangerooge war Maschinist auf der „MS Oldenburg“. Das Schiff wird in diesem Jahr 60 Jahre alt: 1958 ist es gebaut worden, danach fuhr es zwischen Wangerooge und Harlesiel. Heute ist es allerdings in England unterwegs.

Uhrzeit, Wind und Wetter

Als Maschinist hatte Gerd Huber unter anderem die Aufgabe, Tagebuch zu führen und jede Fahrt genaustens festzuhalten. Uhrzeit, Wind, Wetter, Temperatur, zurückgelegte Seemeilen, die Namen der Besatzung – und noch einiges mehr. Und wenn etwas Außergewöhnliches passiert ist, dann musste das natürlich auch vermerkt werden.

An vieles kann sich der heute 77-Jährige aber auch noch so erinnern – ohne Tagebuch. Allem voran weiß er noch: „Die MS Oldenburg war einfach ein wunderbares Schiff.“

Genauso wenig kann er das Jahr 1972 vergessen – als sich das Schiff festgefahren hatte und mehrere Tage lang im Watt lag. An Bord: mehr als 30 Passagiere plus die sechs-köpfige Besatzung mit dem damals 32 Jahre alten Maschinisten Gerd Huber.

Der Grund für das Festfahren: zu viel Eis. „Es war Mitten im Winter und wir mussten uns den Weg durch ein richtiges Eisfeld bahnen.“ Irgendwann verlor die Besatzung die Orientierung, weil die dicken Eisschollen die Tonnen hochgehoben und weggetragen hatten. „Wir waren mindestens 200 Meter zu weit im Osten gelandet – und fuhren uns schließlich fest.“

Die Passagiere wurden mit einem Fischkutter abgeholt. „Wir blieben aber vier Tage lang an Bord und bekamen von dem Kutter Verpflegung.“

Das ist jedoch nur eine von vielen Erinnerungen an das Schiff. Denn nicht nur das eine Mal hatte sich das Schiff festgefahren, hinzu kommen Erinnerungen an viele amüsante Stunden. „Mensch, was könnte ich alles erzählen“, sagt Huber und schmunzelt. Neben den Tagebüchern erinnern ihn Zeitungsausschnitte und Bilder an die schöne Zeit.

Einmal, so berichtet er, habe die „MS Oldenburg“ eine Wettfahrt gegen die alte „MS Wangerooge“ unternommen – bis nach Wilhelmshaven. „Und obwohl die Oldenburg von der PS-Zahl her nicht so hoch motorisiert war, haben wir mit dem Schiff gewonnen.“ Warum? „Wir haben die Persenning, eine Art Abdeckung, als Segeltuch verwendet und waren aufgrund der Windstärke eine viertel Meile schneller – obwohl die Wangerooge alles gegeben hatte. Wir konnten das Heulen des Motors hören.“

Nach solchen Erlebnissen war es für Gerd Huber sofort klar, dass er zum 50. Geburtstag des Schiffs, also 2008, mit einer Gruppe nach England fuhr. Gemeinsam wollten sie sehen, was aus der Oldenburg inzwischen geworden war. Das Schiff wurde nämlich umfunktioniert und fährt seit 1985 Gäste zur Vogelinsel Lundy.

Ladekran fehlt jetzt

Dafür wurde es auch umgebaut: So fehlten die alte Maschine und der frühere Ladekran, und Hubers Kammer diente inzwischen als Laderaum, da die Mannschaft nicht mehr auf dem Schiff übernachtet. Diese Veränderungen fielen ihm natürlich sofort auf – immerhin kannte er seine alte Oldenburg in- und auswendig.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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