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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Fangohr: „Dann geht doch nach Sylt“

14.01.2020

Wangerooge Viel Applaus gab es beim Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerooge im Restaurant „Strandlust“: Applaus für Petra Stroer­mann von der Wangerooger Sportgemeinschaft. Bürgermeister Marcel Fangohr würdigte sie auf Vorschlag der Bürger für ihr jahrelanges Engagement für den Verein mit der Ehrenmedaille der Gemeinde. Applaus gab es auch für die Inselcombo Schipp­Ratz, die den Empfang mit authentischen Liedern und Seasongs bereicherte.

Ehrenmedaille

Petra Stroermann engagiert sich seit 25 Jahren bei der Wangerooger SG: zuverlässig, kompetent, freundlich, geduldig, leise, pünktlich, aktuell, abwechslungsreich, zugewandt leitet sie seit 1995 leitet die Gymnastikgruppe: Pausen gibt es weder in den Sommer- noch in den Winterferien. An Spitzentagen sind bis zu 25 Teilnehmerinnen dabei.

Im Vereinsleben sorgt sie jedes Jahr für eine hohe Präsenz der Damenriege bei den Jahreshauptversammlungen. Sie motiviert ihre Turnerinnen zum Kuchenbacken und backt auch selbst für viele Veranstaltungen.

Ärzteversorgung

Und viel Applaus gab es für zwei Personen, die (noch) keine Insulaner sind: Marcel Fangohr stellte den Bürgern die neue Inselärztin Dr. Annick Goltz und ihren Ehemann Malte Goltz vor, der neuer Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und somit Nachfolger von Beate Grimm wird. Die Familie zieht zum 1. April auf die Insel (Bericht auf dieser Seite).

Annick Goltz folgt auf Dr. Henning Hoppe, der Ende September in Ruhestand gegangen ist. Dr. Goltz wird übergangsweise an der Richthofenstraße praktizieren, bis die alte Grundschule umgebaut und dort eine Praxis samt Arztwohnung eingerichtet ist. Sie freue sich auf eine gute Kooperation mit Dr. Kortenhorn, sagte sie.

Neben diesen erfreulichen Entwicklungen auf der Insel ging der Bürgermeister in seiner Neujahrsrede auf weitere Themen ein, die für viel Ärger und Aufregung auf der Insel gesorgt haben und die auch 2020 relevant sind.

Pflichtfeuerwehr

Fangohr berichtete, dass er mit dem Gemeindebrandmeister Torsten Stumpf kürzlich 230 Einheimische angeschrieben hat in der Hoffnung, neue Mitglieder zu werben. „Die Resonanz war insgesamt erschreckend“, so Fangohr.

Aber einen Lichtblick gibt es: Drei Insulaner fühlten sich bei der Ehre gepackt und wollen der Feuerwehr beitreten und sich ausbilden lassen. Fangohr appellierte daher nochmals an alle Bürgerinnen und Bürger: „Werdet Mitglied in unserer Feuerwehr und setzt Euch für das Allgemeinwohl ein.“ Fangohr erklärte, dass auch die Gemeinde selbst gefordert sei und nun eine Ehrenamtskarte mit zahlreichen Vergünstigungen einführen wird (die NWZ berichtete).

Kindergarten

Die Gemeinde und der Landkreis als Kindergarten-Träger waren unterschiedlicher Meinung, wie es mit dem Kindergarten weitergehen soll. Aktuell besuchen die Kita mit Krippe an der Jadestraße 40 Kinder (davon 15 in der Krippe). Das Gebäude bietet Erweiterungsmöglichkeiten – das ist dringend nötig, wenn man Familien mit Kindern auf der Insel halten oder zum Umzug auf die Insel bewegen möchte.

Doch der Landkreis hat nach hitzigen Diskussionen den Neubau beschlossen. Die Kreis-Politik sprach sich für einen 2 Millionen Euro teuren Bau an der Charlottenstraße aus. Der Kindergarten Jadestraße soll dann geschlossen werden. Rat und Verwaltung Wangerooges und ein Teil der Kindergarten-Eltern lehnen die Neubaupläne ab. Sie wollen den bestehenden Kindergarten sanieren und modernisieren – das wäre laut Berechnung der Insel-Gemeinde deutlich günstiger.

„Wir wollen, dass der Kindergarten erweiterungsfähig ist, dass es keine Mehrbelastungen für den Gemeindehaushalt gibt und dass das geltende Baurecht eingehalten wird“, sagte Fangohr. „Wir wollen hier keinen Präzedenzfall schaffen, dass durch einen Neubau Investoren glauben, nun könnten ringsherum die Gebäude weiter wachsen.“

Wohnraum

Die Gemeinde Wangerooge ist weiter bemüht, ihren Bürgern so schnell wie möglich bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Es müsse aber auch die Möglichkeit geben, dass Personen, die nur für zwei, drei Monate auf die Insel kommen, günstig Übernachtungsmöglichkeiten haben. Zurzeit sei es häufig so, dass Wohnungen statt für einige Monate für das ganze Jahr blockiert werden, so Fangohr: Diese Wohnungen stehen Dauermietern dann nicht zur Verfügung, kritisierte der Bürgermeister. „Wir müssen pragmatische Lösungen finden. Vielleicht Wohnparks, die man nach drei Monaten erstmal wieder abbauen kann oder anderweitig nutzt.“

Dass die Wohnungsbaugesellschaft Friesland 2020 beginnt, auch auf Wangerooge neue Wohnungen zu bauen, freue ihn besonders, sagte Fangohr. Im April/Mai soll der Abriss an der Siedlerstraße beginnen und ab September soll dort ein Mehrfamilienhaus gebaut werden. Die Wohnungsbau will ihr Musterhaus wie es in Schortens und Jever schon steht auch auf Wangerooge realisieren. Auf der Insel allerdings mit zehn Wohnungen und nicht mit 18 wie auf dem Festland.

Fangohr sparte nicht mit Kritik an Investoren, die versuchten, Dauerwohnraum-Regelungen zu umgehen, indem sie Zweitwohnungsbesitzern vorschlagen, sich mit Hauptwohnsitz auf der Insel zu melden. So falle nicht nur Wohnraum für echte Einheimische weg, sondern es fallen auch Steuereinnahmen weg und Gästebeiträge, da auf einmal alle Verwandten davon befreit sind.

„Dieses Verhalten werden wir nicht akzeptieren“, sagte Fangohr. Diesen „Tatbestand der Steuerumgehung“ werde er mit voller Härte bekämpfen. Solchen windigen Investoren riet er: „Dann geht doch nach Sylt.“ Auch dafür gab’s Applaus.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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