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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Die kleine Schwester der „MS Oldenburg“

18.01.2018

Wangerooge /Schortens Eigentlich sollte die „MS Oldenburg“ ja inzwischen in England unterwegs sein. Und nun steht sie auf einmal in Schortens auf dem Wohnzimmertisch von Bernd Haar? Okay, zugegeben: es ist nicht die originale „Oldenburg“, schließlich ist sie wesentlich kleiner. Aber davon abgesehen sehen die beiden Schiffe genau gleich aus.

Die MS Oldenburg feiert Geburtstag

60 Jahre – so alt wird die „MS Oldenburg“ in diesem Jahr. Der Jeverland-Bote der NWZ stellt das Schiff und die Erinnerungen daran vor.

Bernd Haar aus Schortens hat das Schiff als Modell nachgebaut. Auch er hat Erinnerungen daran: sein Vater arbeitete als Maschinist an Bord.

NWZ Die MS Oldenburg wurde 1958 auf der Rolandwerft in Bremen gebaut. Bis 1982 fuhr sie zwischen Harlesiel und Wangerooge – sowohl als Passagier-, als auch als Frachtschiff. Dann wurde sie an die Reederei Warrings verkauft und diente für Butterfahrten zwischen Leer und Wilhelmshaven.

1985 wurde sie dann an den Landmark Trust in Großbritannien verkauft und überholt. Heute fährt die „MS Oldenburg“ von Bideford und Ilfracombe zur Insel Lundy. Liebevoll nennen die Engländer die „Oldenburg“ auch „Große alte Dame“.

Zum 50. Geburtstag der „Oldenburg“ reiste eine Gruppe nach Bideford, wo das Schiff heute steht. Die Reise schenkten die ehemaligen Schüler des Inselgymnasiums Reinhard Hempen – sein Vater Franz war Kapitän auf der „Oldenburg“.

Auf der Felseninsel im Bristol-Kanal mit einem Höhenunterschied von 400 Metern zwischen Anleger und Dorf leben etwa 30 Menschen. Lundy ist die Insel der Papageientaucher und wird gern von Campern, Wanderern, Kletterern und Vogelfreunden besucht.

Schon lange hat Bernd Haar das Hobby, Schiffsmodelle zu bauen. Und schon lange hatte er sich mal vorgenommen, auch die „MS Oldenburg“ zu bauen. Denn der heute 64-Jährige hat ganz besondere Erinnerungen an das Schiff, das in diesem Jahr 60 Jahre alt wird.

1958 wurde die „Oldenburg“ gebaut, von da an fuhr sie viele Jahre zwischen Wangerooge und Harlesiel. Zur Besatzung gehörte damals auch Bernd Haars Vater Hinrich Haar: Er war dort Maschinist, bis er 1968 von Gerd Huber abgelöst wurde (die NWZ berichtete).

Auch Bernd Haar fuhr früher oft auf dem Schiff mit. „Meine Tante und Onkel sind auf die Insel gezogen, mein Onkel war sogar eine Zeit lang Steuermann auf der Oldenburg“, erinnert sich Haar. „Ich komme also aus einer richtigen Seemannsfamilie.“ Klar, dass er selbst ein wenig „vorbelastet“ war und ebenfalls in diesem Bereich arbeitete: später sollte er Reparateur auf Werften werden.

Als Kind eines Besatzungsmitglieds fuhr Bernd Haar dann aber nicht nur als normaler Passagier mit – er durfte hinter die Kulissen blicken, einmal sogar an Board übernachten. „Ich erinnere mich noch, dass ich morgens aufstand, im Pyjama hinausging – und dann saßen dort schon überall Fahrgäste.“ Sie warteten darauf, dass das Schiff wieder ablegte.

Noch heute erinnert sich Bernd Haar genau an das Schiff. „Das hatte einfach was. Viel schöner, als viele Schiffe heute – allein der Bau. . .“, schwärmt er. Heute seien die Schiffe gerade gebaut, um das Gewicht zu reduzieren. Die „Oldenburg“ aber wurde noch mit gebogenen Spanten gebaut. „Einfach toll.“

Deshalb stand für Bernd Haar auch lange fest: dieses Schiff gehört ebenfalls in seine Modellsammlung. Doch er hatte ein Problem. „Ich fand kaum geeignete Bilder, auch einen Riss musste ich erst besorgen – das ist unbedingt notwendig, um das Modell bauen zu können.“

Dann, vor zehn Jahren, zum 50. Geburtstag der „Oldenburg“, wurde Bernd Haar auf Artikel in der Zeitung aufmerksam: eine Delegation reiste extra nach Lundy, dort, wo das Schiff heute fährt, um zu gratulieren. Mit dabei war auch Gerd Huber von Wangerooge – der Maschinist, der Vater Hinrich Haar abgelöst hatte. „Wir kamen in Kontakt und Gerd Huber gab mir viele tolle Bilder von der Oldenburg.“ Dem Bau stand nichts mehr im Weg.

Etwa drei Jahre hat es dann gedauert, bis die kleine Schwester der „Oldenburg“ fertig war. Zum Bau verwendete Haar verschiedene Materialien: Eiche, Buche, Plastik, Messing, Aluminium; jedes Detail sorgsam ausgearbeitet. Und so hat Bernd Haar stets eine Erinnerung, an seine Kindheit, an seinen Vater, seiner Leidenschaft zur See – und an eines der schönsten Schiffe, das er kennt.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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