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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Landwirtschaft: Weidegang der Milchkühe schont das Weltklima

03.12.2013

Jever Die Grünlandnutzung auf Moorflächen darf nicht zur „Spielwiese für Naturschützer“ werden. Das betonte Frieslands Kreislandwirt Hartmut Seetzen jetzt beim Grünland-Abend des Kreislandvolks in Jever. Pläne möglicher Wiedervernässungen von Moorstandorten stünden konträr zu den Bedürfnissen der Landwirtschaft, die auf intensiv genutztes Grünland nicht verzichten könne.

Auch Dr. Arno Krause vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen bezeichnete Grünland als im Spannungsfeld verschiedener Ansprüche von Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft, Tourismus, Landschaftspflege und Naturschutz stehend. Bevölkerungswachstum, Klimawandel, sinkende Bestände von Feldvögeln und Insekten, Nitratbelastung und sinkende Phosphatreserven seien nur einige der Herausforderungen, denen sich das Grünlandmanagement der Landwirte stellen müsse. Wichtig sei, dass Forschungsergebnisse in die Praxis der Landwirtschaft einfließen, damit die Bewirtschaftung verändert werden können. Forschung, Industrie und Landwirtschaft seien bisher jedoch nur unzureichend vernetzt.

Projekt zur Milch

Als Beispiel für vom Grünlandzentrum begleitete Projekte berichtete Krause von einem Forschungsverbund rund um die Milchproduktion. Zurzeit beteiligen sich 75 Betriebe an einer „Systemanalyse Milch“, bei der neben Fütterung und Eutergesundheit auch der Einfluss des Weidegangs auf die Kühe ermittelt wird.

Professor Dr. Friedhelm Taube von der Universität Kiel ging besonders auf die Nitratbelastung ein, die sich vor allem auf Ackerstandorten mit leichteren Böden und Maisanbau/Biogasproduktion entwickelt hat, während Grünland davon nicht betroffen sei. Als Indikator für Überdüngung mit Stickstoff gilt jeder Rohproteinwert in der Maissilage über 7,5 Prozent. „Die langfristige Nährstoffnachlieferung von Wirtschaftsdüngern wird unterschätzt“, so Taube.

Im Herbst mit Nährstoffen überversorgtes Grünland koste bares Geld, weil die Bestände den Winter schlecht überstehen und häufig nachgesät werden müsse. Die Rücklieferung von Stickstoff, der als Bestandteil des Kraftfutters über Kot und Urin der Kuh ausgeschieden wird, müsse konsequenter eingerechnet werden.

Auf gut gepflegtem Grünland ließen sich in der Marsch Grundfutterleistungen bis zu 35 Kilo Milch pro Tag erreichen, bei Stallhaltung mit Silagefütterung liege die Leistung um 10 Kilo niedriger.

Taube sieht eine abnehmende Bereitschaft der Gesellschaft, „600-er Milchviehställe zu akzeptieren und gleichzeitig 300 Euro€ pro Hektar Subventionen zu zahlen“. Künftig werde auch behördlicherseits mehr auf den „CO²-Fußabdruck“ geachtet.

Nachhaltig wirtschaften

Im Sinn einer klimafreundlichen Milchproduktion liege der Weidebetrieb vorn, denn Maisflächen speichern weniger CO² und der Import von Soja verschlechtere ebenfalls die CO² Bilanz. „Grünland steht vor einer Renaissance, denn hier lässt sich mit besserem Management nachhaltiger wirtschaften“, betonte Taube. Und das gewinne auch mit Blick auf die gesellschaftliche Akzeptanz der intensiven Landwirtschaft an Bedeutung.

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