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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

WIRTSCHAFT: Wenig konkrete Infos über Auswirkungen

18.01.2008

HOOKSIEL Die Anspannung war deutlich spürbar im Saal des Wellenbads in Hooksiel: Auf der einen Seite die Vertreter des Kraftwerksbetreibers Electrabel Dr. Peter Schütte und Frank Albers, Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel und für die Gemeinde Wangerland Bürgermeister Harald Hinrichs und Kurdirektor Reinhard Thomssen. Im Publikum ca. 100 Wangerländer und auch Gegner des geplanten neuen Kohlekraftwerks in Wilhelmshaven.

Für den Kraftwerksbetreiber Electrabel erläuterte Projektkoordinator Frank Albers die Planungsgrundlagen. Ausgehend von einer entstehenden Versorgungslücke im Bereich Strom bis zum Jahr 2030 begründete er die Notwendigkeit, auch jetzt noch Kohlekraftwerke zu bauen als Teil der Antwort auf die entstehende Lücke. Insgesamt sei die Versorgungslücke nur mit einem ausgewogenen Energiemix zu schließen.

Für den Standort Wilhelmshaven spreche ganz eindeutig die Lage am Meer. Dadurch könne die Kühlung des Kraftwerks durch das Wasser des Jadebusens erfolgen und ein Kühlturm falle weg. Außerdem sei die Anlieferung der Steinkohle auf dem Seeweg günstig zu bewerkstelligen.

Mit einem Wirkungsgrad von 46 Prozent liege das geplante Kraftwerk weit über dem Durchschnitt alter Anlagen. So liege die Stromausbeute der Kraftwerke weltweit im Durchschnitt bei 30 Prozent und europaweit bei 38 Prozent. Geplant sei, zu einem späteren Zeitpunkt eine CO2-Abscheideanlage anzubauen und dann ein weitgehend CO2-freies Kraftwerk zu erreichen.

Man habe sich verpflichtet, mit dem geplanten Kraftwerk weit unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Emissionen zu bleiben, betonte Albers. Auch die Schadstoffbelastungen für das Umland sollen so gering wie möglich gehalten werden.

„Wir sind hier ein Reinluftgebiet. Die Menschen kommen hierher, um sich zu erholen und wir tragen die Verantwortung dafür, dass sie das auch können“, fasste Dietrich Gabbey die Besorgnisse der anwesenden Zuhörer zusammen. Der Konflikt ist offensichtlich: Während Wilhelmshaven auf Industrieansiedlung setzt und diese Industrie bis unmittelbar an die Grenzen der Gemeinde Wangerland baut, lebt das Wangerland überwiegend vom Tourismus und sieht seine Entwicklungsmöglichkeiten in Gefahr.

Entsprechend großen Raum nahmen in der Diskussion auch die Fragen nach der Schadstoffbelastung für das Umland ein. So wollte Altbürgermeister Joachim Gramberger wissen, wie sich die Gesamtbelastung der Umwelt durch den neuen Kraftwerksbau entwickeln werde. Auch die Frage, inwieweit sich die CO2-Emissionen von errechneten 4,1 Millionen Tonnen pro Jahr auf den Status des Orts Horumersiel als Küstenheilbad und Luftkurort und auf den Küstenbadeort Hooksiel auswirken werde, machte die Brisanz dieser Ansiedlung deutlich.

Ein weiteres Kraftwerk in Wilhelmshaven wird es wohl nicht geben. „Wir haben in den Flächennutzungsplan hineingeschrieben, was maximal möglich wäre“, versicherte der Leiter des Stadtplanungsamts Michael Witt. Lediglich Eon plant ein weiteres Kraftwerk, das das bestehende ersetzen soll.

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