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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Wenn Querstellen zur Methode wird

05.04.2014

Schortens Auf die entscheidende Idee, sagt Klaus Minkner, habe ihn ein junges Mädchen gebracht, irgendwann bei einer Konfirmationsfeier. 1200 Euro, rief die frisch Konfirmierte Anbetracht des Geldsegens, den die liebe Verwandtschaft ihr zur Feier des Tages beschert hatte. Betretenes Schweigen. „Denkt man, sagt man aber nicht“, sagt jetzt der 47-Jährige.

Also begann Minkner einen Knigge-Benimm-Ratgeber zu schreiben. Nicht ganz ohne Eigennutz, denn das kleine Büchlein ist für den Unternehmer ein wichtiges Marketinginstrument, sagt er.

Der Sillensteder Minkner betreibt seit 2007 den An- und Verkauf laden „Findus“ an der Bahnhofstraße in Schortens, seit 2008 das anliegende Festmodengeschäft und seit 2009 daneben noch einen Handel für Baby-Artikel aus zweiter Hand. Drei Läden, drei Zielgruppen – und ein Marketingkonzept, mit dem sich Minkner bewusst querstellt zum Internet, wie er sagt.

Womit die Rede wieder auf den Knigge-Ratgeber fällt, den Minkner produziert und an Frisöre oder Arztpraxen verteilt – auf eigene Kosten. Minkner nennt das „Nutzwertmarketing“. Bedeutet: Rechnerisch erreichen jeden Menschen um die 4000 Werbebotschaften täglich. Der Reflex: Ausblenden, wo es geht.

Wer hier nicht mit krawallig-flimmernden Werbebotschaften á la „Geiz ist geil“ aufwarten kann oder will, der muss dem Kunden einen Nutzen bieten, einen, der sich mit Werbung kombinieren lässt. Flyer, Hefte, Broschüren, Veranstaltungskalender – 50 Druckwerke in oft fünfstelligen Auflagen veröffentlicht Minkner im Jahr.

Hinzu kommen Geschenktüten mit Flyern, aber auch Süßigkeiten oder Glückskeksen, die Minkner gratis an Restaurants der Region verteilt, die dann die Kunden beschenken. „Allein 20 000 Tüten im laufenden Jahr.“ Bis zu 100 Urlauber am Tag würden so den Weg in seine Geschäfte finden, schätzt Minkner.

„Im Internet finden wir bis auf unsere Homepage eigentlich nicht statt“, fährt er fort. Keine Vermarktung in sozialen Netzwerken – „und das bewusst“. Auch von der Vermarktung auf lokalen Verbundportalen, wie es sie in anderen Regionen gibt, hält Minkner wenig. Der Grund: Wer kleine Stückzahlen verkauft, für den lohnt sich der für eine gute Internetvermarktung nötige Zeitaufwand nicht. „Wir setzen eher auf Erlebnismarketing und Service“, sagt er. „Dazu gehört auch, einer Kundin mal zu sagen: ,Dieses Kleid steht ihnen nicht, kaufen sie es nicht.‘“

Wie viele Gewerbetreibende ärgert sich Minkner über Kunden, die sich erst beraten lassen, dann aber im Internet kaufen. Noch mehr ärgert ihn allerdings der ungleiche Wettbewerb, etwa mit „Amazon“: „Es kann nicht sein, dass wir hier Steuern zahlen und da das Geld verschwindet.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 
Tim Gelewski
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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