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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Wenn Windräder Wolkenkratzer werden

24.03.2012

SANDE Beinahe lautlos dreht sich der weithin sichtbare Kran in Position und zieht einen gewaltigen Betonring in die Höhe. Gut 60 Meter geht’s hinauf, oben dirigieren Monteure des Windanlagen-Herstellers Enercon das große Bauteil in die richtige Position, docken Betonring Nummer 17 auf Ring 16 an und verspannen beide Elemente. Wieder ist der Turm um vier Meter in die Höhe gewachsen.

Selbst der mit einer Bauzeit von zwölf Tagen aufgestellte Rohbau der neuen Anlage im Windpark Sande überragt die umstehenden Windkrafttürme deutlich. Wenn die erste von drei Anlagen vom Typ Enercon E 82 fertiggestellt ist, dann ist sie rund dreimal so hoch wie die Zwergentürmchen ringsherum. Die bringen es auf 60 Meter. Die E 82 hat eine Nabenhöhe von 138 Metern; zeigt die Rotorblattspitze senkrecht gen Himmel, misst die Anlage eine Höhe von 185 Metern – ein Wolkenkratzer, der noch mehr Wind einfängt und in Strom verwandelt.

Betreiber des auch von der Autobahn 29 sichtbaren Windparks Sande ist Gödens’ Schlossherr Karl-Georg Graf von Wedel, der jetzt einen Teil seiner Windräder durch leistungsstärkere ersetzen lässt; Im ersten Bauabschnitt werden drei technisch veraltete Windkraftanlagen NEG-Micon 750 durch drei neue Anlagen vom Typ Enercon E 82 ersetzt. Die Leistung der neuen Anlagen beträgt jeweils 2,3 Megawatt und ist damit mehr als dreimal so hoch wie die der Alt-Anlagen. Im Juli sollen die Sander Wind-Wolkenkratzer in Betrieb gehen.

„Das Repowering ist eine große Chance für die Windenergiebranche“, so Graf von Wedel. Wegen der rasanten technische Entwicklung sei es wirtschaftlich sinnvoll, schon vor Ablauf der technischen Lebensdauer alte, kleine Anlagen durch neue, größere zu ersetzen, so Graf von Wedel. Mit jeder neu entstehenden 2,5-MW-Anlage des Windparks Sande können rund 1000 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgt werden.

Seit 1999 betreibt von Wedel den Windpark Sande, der bislang insgesamt 14 Anlagen der 750-KW-Klasse umfasste. Nach dem Austausch der ersten drei Anlagen plant Wedel auch die verbleibenden elf alten Anlagen zumindest teilweise durch neue Anlagen der 2,5 bis 3-MW-Klasse austauschen zu lassen: „Wir gehen damit zurzeit in das Genehmigungsverfahren.“ Von Wedel würde bei dem Projekt die Bürger beteiligen und hat der Gemeinde Sande angeboten, die neuen Anlagen als Bürgerwindpark zu betreiben.

Die Fundamente der neuen Anlagen haben einen Durchmesser von rund 24 Metern. Darin sind laut Enercon-Bauleiter Oliver Brandes 1230 Kubikmeter Beton verarbeitet – das sind rund 150 Lastwagenladungen. Für zusätzliche Standfestigkeit sorgen 36 rund 20 Meter tief ins Erdreich eingelassene Pfähle, die mit Stahl und Beton ausgefüllt wurden und mit dem Hauptfundament verbunden sind. Die neuen Windkraftanlagen laufen aufgrund verbesserter Flügel-Aerodynamik und -geometrie ruhiger und leiser als die alten Anlagen.

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.nwzonline.de/nwztv

Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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