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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Begleitschützer Aus Bockhorn: Dieser Mann sagt Ihnen, wie man Prominente schützt

30.06.2017

Bockhorn So stellt man sich Begleitschützer und Bodyguards vor: Tim Wilsenack trägt einen dunklen Anzug und Sonnenbrille. „Wir haben nicht bei jedem Auftrag schwarze Anzüge an“, sagt der 38-Jährige aus Bockhorn. Er ist Betreiber der Kampfsportschule Arashi-Ryu an der Oldenburger Straße in Zetel. Als zweites Standbein führt er einen Sicherheitsdienst, bei dem er auch Begleitschutz für Prominente anbietet. Hier erzählt er, worauf es ankommt, wenn man eine berühmte Person auf einer großen Veranstaltung schützen will.

„Jeder will anfassen"

Das muss ein Begleitschützer verhindern. Er beschützt die Person, auf die er aufpassen muss, vor hemmungslosen Fans. Tim Wilsenack hat schon auf viele Prominente aufgepasst, von Micky Krause über Tamme Hanken bis zur Sängerin Luna. Und auch die berühmten Schrottplatzbesitzer vom Ludolfs-Clan waren schon dabei, ebenso wie Vanessa Mai beim Schlagerwochenende. Er holt sie vom Hotel ab, bringt sie zur Veranstaltung, auf der die Stars auftreten oder Autogramme geben, und begleitet sie den ganzen Tag. „Das Problem ist: Manche Fans sind so aufgedreht, die wollen den Prominenten gleich die Klamotten vom Leib reißen. Dann musst du einen Kreis bauen. Deswegen ist es auch gut, wenn nicht nur ein Begleitschützer, sondern drei auf einen Prominenten aufpassen. Einer alleine kann ja nicht gleichzeitig vor und hinter der zu beschützenden Person aufpassen.“

„Da sind viele Neandertaler"

Draufhauen können? Bedrohlich aussehen? Stark sein? Das seien schon lange nicht mehr die Voraussetzungen dafür, im Sicherheitsdienst oder als Begleitschützer zu arbeiten. „Es gibt unglaublich viele Neandertaler in der Branche. Die rühmen sich damit, Leute wegzuklatschen, aber darum geht es nicht“, sagt Wilsenack. Im Gegenteil: „Deeskalation ist das Wichtigste.“ Es gehe darum, vernünftig mit den Leuten zu reden und sich dabei selbst nicht provozieren zu lassen. Eine Kunst – das weiß jeder, der schon einmal versucht hat, mit einem aggressiven Betrunkenen zu diskutieren.

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„Ich reiße die Leute nicht zu Boden“

„Was man immer so in den Filmen sieht, dass die Begleitschützer die Promis zu Boden schmeißen, das ist schon übertrieben“, sagt Tim Wilsenack. Wenn er mit einem Star durch eine Fußgängerzone gehe und jemand irgendwo ein Fenster öffnet oder mit einem Pappbecher in der Hand auf ihn zukommt, dann könne es natürlich sein, dass der Mensch am Fenster eine Waffe habe oder in dem Pappbecher Säure ist. Aber wenn er bei jeder denkbaren Gefahrensituation überreagiert, dann schade er dem Prominenten wahrscheinlich mehr, als er ihm hilft, sagt Tim Wilsenack. Auch, wenn man als Personenschützer nur Präsenz zeige, und nicht bei jeder Kleinigkeit überreagiere, sei man eine große Hilfe. „Es ist auch meine Aufgabe, den Leuten das Gefühl zu geben, dass ich da bin.“

„Du musst immer mitdenken“

„Klar, Sicherheitsleute gucken immer ernst. Da sagen manche: Kann der nicht auch mal freundlich gucken? Aber wir sind hochkonzentriert. Du musst jeden Moment damit rechnen, dass es knallt, und dann richtig reagieren. Das ist dein Job im Sicherheitsdienst“, sagt Tim Wilsenack. Man müsse eben immer mitdenken, die ganze Zeit. Wenn irgendwo ungünstig Gläser herumstehen, an denen sich jemand, der stürzt, verletzen könnte, gehöre es zur Aufgabe eines Sicherheitsdienstes, die Gläser vorher wegzuräumen. „Nein, wir sind keine Gläsersammler. Aber wir denken eben mit“, sagt Tim Wilsenack.

„Es gibt ein Codewort“

Es kann immer sein, dass es dem Prominenten zu viel wird, etwa wenn viele Leute nah rankommen und Autogramme wollen. „Man macht vorher mit dem Star ein Codewort aus. Wenn es ihm zu viel wird, dann spricht er es aus, und dann hole ich ihn da raus.“

„Du musst Erste Hilfe können“

„Wir sind natürlich keine Sanitäter. Aber wenn sich wirklich mal jemand verletzt, dann hast du ja nicht ewig Zeit, in der Konzerthalle oder wo du bist nach Verbandszeug zu suchen. Und solange du suchst, kannst du nicht auf die Person aufpassen“, sagt Tim Wilsenack. Also: Immer Verbandszeug am Körper haben, dann hat man im Erstfall ein Problem weniger.

„Ich bin wie ein Schatten“

„Natürlich wird es Prominenten schon mal zu viel, wenn man die ganze Zeit hinter ihnen her läuft. Wirklich Privatsphäre haben sie nur, wenn sie auf der Toilette sind. Ansonsten bin ich immer da. Ich bin wie ein Schatten, sie werden mich nicht los“, sagt Tim Wilsenack. „Aber ich bin für das Leben der Leute verantwortlich. Und wenn wir vorher ausgemacht haben, dass ich die ganze Zeit aufpasse, dann tue ich das auch. VIPs sind schon mal genervt, aber im Nachhinein sind sie ja auch dankbar.“

„Kenne die Gesetze“

In manchen Situationen ist es ein schmaler Grat zwischen Notwehr und Körperverletzung. Und manchmal kann man jemanden vor sich selbst und anderen schützen, wenn man ihm Handschellen anlegt, aber manchmal ist es auch einfach nur Freiheitsberaubung. „Im Sicherheitsdienst musst du viel über die Rechtslage in solchen Situationen wissen“, sagt Tim Wilsenack. „Nur so kann man das Richtige tun.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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