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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Windrad meldet: „Ich brenne“

15.10.2013

Sande Eine SMS aus dem Windrad E 48 ließ Karl-Georg Graf von Wedel Schlimmes befürchten. Das Sicherheitssystem hatte in der Nacht zu Sonnabend einen Abschaltfehler gemeldet. Versuche, die Fehlerursache zu ergründen, waren vergebens. „Das Sicherheitssystem reagierte nicht mehr. Da war klar, dass etwas Gravierendes passiert sein muss“, sagt von Wedel, der den Windpark Sande betreibt. „Zwei Stunden später war die Anlage hin“, so von Wedel.

Der Feuerwehr Sande blieb nichts anderes übrig, als die Brandstelle nahe der Autobahn 29 zu sichern und kontrolliert abbrennen zu lassen (die NWZ  berichtete).

Technische Wartung

Bei der abgebrannten Windkraftanlage handelt es sich um eine 800 kW-Anlage vom Typ Enercon E 48 mit einer Gesamthöhe von 75 Metern. Erst 2005 wurde die Anlage gebaut, vor kurzem habe es eine technische Wartung ohne Beanstandungen gegeben, so der Eigentümer.

Allein der Totalschaden an der Anlage beträgt mindestens eine Million Euro. Hinzu komme der Schaden für den nun nicht produzierten und eingespeisten Strom sowie für die Demontage der Anlage.

Vermutlich hat ein technischer Defekt den Brand in der Gondel des erst vor acht Jahren installierten Windrads ausgelöst. Die Brandursache wird nun ermittelt. Hersteller Enercon wird die Windrad-Ruine im Lauf der Woche demontieren und ins Werk nach Aurich bringen, so von Wedel. Dort sollen, wenn möglich, die technischen Daten der Anlage ausgelesen werden.

In der gesamten Windkraftanlage gibt es rund 140 Messpunkte, die Aufschluss über Betriebszustand von Generator, Bremssystemen, Rotoranlage oder Hydraulik geben. Die Daten werden in Intervallen an das Sicherheitssystem übertragen. Stimmt etwas nicht, schickt der „Bordcomputer“ Meldungen an den technischen Betriebsleiter, an Hersteller Enercon und auch an den Betreiber der Anlage. „Als die Anlage mich angerufen hat, hat sie mir mitgeteilt: ,Ich brenne‘“, sagt von Wedel.

Die Brandruine ist abgesperrt. „Wir kommen da auch im Moment nicht heran, das wäre lebensgefährlich“, sagt von Wedel. Eines der rund vier Tonnen schweren Rotorblätter sei beim Brand senkrecht heruntergekracht, die beiden anderen könnten ebenfalls abbrechen.

Pläne für neue Anlagen

Rund 28 000 Windkraftanlagen sind im Bundesgebiet installiert, mindestens 100 Brände mit Totalverlust hat es bereits gegeben. Erst vor drei Wochen brannte eine Anlage im Schwarzwald als Folge eines Getriebeschadens.

Dass die abgebrannte Anlage wegen technischer Erneuerung des Windparks ohnehin zur Disposition stand, schmälert den Schaden nicht. Wie berichtet, will von Wedel zu den drei 180-Meter hohen Anlagen, die letztes Jahr in Betrieb gingen, drei weitere neue Windrad-Riesen aufbauen. Vier bis fünf ältere Anlagen sollen dafür abgebaut werden.

Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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Enercon | Feuerwehr Sande

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