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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Wir sind in Friesland alle ein bisschen beleidigt“

24.07.2014

Friesland „Das Portal Liquid Friesland ist gescheitert.“ – „Liquid Friesland ist ein erfolgreiches Experiment.“ Diese beiden gegensätzlichen Ansichten über die Beteiligungs-Plattform des Landkreises Friesland standen am Dienstagabend im Mittelpunkt eines öffentlichen Streitgesprächs zwischen Politikwissenschaftler Dr. Stephan Eisel von der Konrad-Adenauer-Stiftung Bonn und Kreis-Sprecher Sönke Klug im Anton-Günther-Saal des Rathauses.

Die Resonanz war eher mäßig: 20 Interessierte, davon zwei Kreistagsmitglieder und der Liquid-Beauftragte Djure Meinen, waren gekommen.

Eisel, Leiter des Projekts „Digitale Kultur – Internet und Politik in der Gesellschaft“ der Stiftung, hatte im Mai eine Untersuchung zu Liquid Friesland veröffentlicht und darin festgestellt, dass das Experiment auf kaum Resonanz stoße und damit gescheitert sei (die NWZ  berichtete).

Sein Haupt-Kritikpunkt: „Wenn ich eine Beteiligungsmöglichkeit schaffe und sie kommt nicht an, dann muss ich mich fragen, ob diese Form Sinn macht.“ Doch eine wissenschaftliche Evaluierung der im November 2012 freigeschalteten Plattform sei bis heute nicht geschehen.

Beim Landkreis Friesland – Sönke Klug betreut die Plattform – und im Kreistag war die Veröffentlichung Eisels sehr sauer aufgestoßen. Man reagierte mit massiver Verärgerung. Und so gestaltete sich zunächst auch die Diskussion. Dass am Ende doch noch sachlich diskutiert wurde und es kein verbales Hauen und Stechen gab, war allein Eisels gelassen-freundlicher, aber auch bestimmter Art der Gesprächsführung zu verdanken.

Auch Bernd Pauluschke (SPD), Vorsitzender des Kreistags Friesland, half dabei: „Hier stehen sich zwei unversöhnliche Meinungen gegenüber“, stellte er fest: „Wir sind in Friesland alle ein bisschen beleidigt, weil Sie ja doch Recht haben könnten“, sagte er in Richtung Eisels. Er wünschte sich eine Ursachensuche, woran es denn liegen könnte, dass die Bürgerbeteiligung an der Beteiligungsplattform eher bescheiden sei, und er wünschte sich konstruktive Vorschläge von Eisel, wie der Landkreis die Plattform besser machen könnte.


Mehr Infos unter   http://internetunddemokratie.wordpress.com/ 
Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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