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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Wo einst Christen getauft wurden

15.02.2011

UPJEVER Hier sollen im frühen Mittelalter die ersten Christen in der Region getauft worden sein, sagt jedenfalls die Legende. Und auch der Name Engelsmeer soll seinerzeit durch diese Taufen entstanden sein. Die Menschen seien nach der Taufe als Engel wieder aus dem Wasser gekommen.

Doch das Engelsmeer links von der Stelle, wo der Alte Mühlenweg in Schortens in den Upjeverschen Forst übergeht, ist schon seit etwa 200 Jahren kein Meer mehr. Trockengelegt und mit Nadelgehölzen bepflanzt von den Holländern zu Zeiten Napoleons, gab es das Engelsmeer seit 200 Jahren nur noch als Flurbezeichnung im Upjeverschen Forst.

Das ist jetzt anders geworden. Im Herbst 2008 hat die Forstverwaltung damit begonnen, das alte Engelsmeer wieder in seine ursprüngliche Form als Moorfläche mit freien Wasserflächen zurückzuversetzen.

Endzustand fast erreicht

Zunächst mussten die Bäume auf der acht Hektar großen Fläche gefällt werden. Dann wurde dort, wo Wasserflächen entstehen sollten, die Schicht Mutterboden abgetragen. Gleichzeitig wurden die Abflüsse abgesperrt, so dass sich das Wasser in den niedrig gelegenen Teilen der Fläche sammeln konnte. Durch den starken Niederschlag in diesem Winter sieht das Engelsmeer jetzt schon fast so aus, wie es im Endzustand sein soll.

Allerdings fehlen noch die für eine Moorfläche typischen Pflanzen. „Die werden sich von selbst ansiedeln, da sind wir uns ganz sicher. Samen können weit mehr als hundert Jahre im Boden lagern und wenn die Bedingungen wieder stimmen, wachsen sie aus. Wir haben das bei den Krickmeeren gesehen, die nur drei Jahre früher renaturiert wurden. Dort sind die Moortypischen Pflanzen erstaunlich schnell wieder da gewesen. Auch Tiere, die diesen Lebensraum brauchen, kehren wieder zurück. Insgesamt wird der Wald vielfältiger und artenreicher“, erklären Förster Carsten Friedrich Streufert und Tido Bent vom Forstamt Neuenburg, der die Renaturierung als Projektleiter begleitet.

„Friesisches Modell“

Finanziert wird die Renaturierung aus Ausgleichszahlungen für Bauvorhaben, bei denen Fläche „verbraucht“ wird. So werden 2,6 Hektar des 8 Hektar großen Engelsmeers als Ausgleichsfläche für ein Baugebiet in Jever von der Volksbank finanziert.

„Dieses Modell ist hier in Friesland entwickelt worden und ist beispielhaft“, freut sich Armin Tuinmann von der Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland.

Die Nachbar-Landkreise Friesland und Wittmund haben zusammen mit der Stadt Wilhelmshaven im Jahr 2003 eine gemeinsame Flächenagentur gegründet, die Ausgleichsflächen vermittelt und dadurch solche gebündelten Renaturierungsprojekte ermöglicht.

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