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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Mit Müll wird Strom produziert

12.12.2019

Zetel Warum wird der Müll in Zetel nicht verbrannt, sondern in Wiefels gelagert? Diese Frage stellt sich NWZ-Leser Manfred Wahl aus Zetel. Er schreibt: „Wir zogen im Mai nach Zetel und fühlen uns hier sehr wohl. Es fehlt uns fast nichts, obwohl wir doch aus einer Großstadt in Nordrhein-Westfalen aufs Land gezogen sind. Aber immer, wenn wir mal Reste zu entsorgen hatten (nach dem Umzug waren das schon ein paar Kofferräume), die große Verwunderung: Hier gibt es im Umfeld keinerlei Müllverbrennungsanlage, dafür halt Sammelstellen und Deponien, mit denen sich dann spätere Generationen herumschlagen dürfen.“

Der NWZ-Leser meint: „Der Müll wird in Verbrennungsanlagen bei über 1200 Grad verbrannt und durch entsprechende Filteranlagen auch sehr umweltfreundlich. Die Restmenge nach der Verbrennung beträgt etwa 10 Prozent des vorherigen Volumens und kann deutlich verträglicher deponiert werden.“

Auf Nachfrage erklärt Kreissprecherin Nicola Karmires, warum nicht der ganze Müll, sondern nur ein Teil verbrannt werde. „Grundsätzlich ist die Verwertung aller Stoffe vorgeschrieben – gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz gilt die fünfstufige Hierarchie der Abfallbehandlung und danach folgende Rangfolge: Zuerst die Vermeidung, dann die Wiederverwendung/-wertung und das Recycling (stofflich), die thermische Verwertung steht an vorletzter Stelle, die Beseitigung an letzter Stelle.“ Es sei also vorgeschrieben, zunächst so viel wie möglich zu recyceln. Es gebe Recyclingquoten: „Da die Rohstoffe endlich sind, sollten diese Stoffe nur verbrannt werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.“

Die Stoffe sollen also nicht einfach vom Planeten verschwinden, indem sie verbrannt werden. Deswegen werden sie in Abfallverwertungszentren und Wertstoffhöfen gesammelt – in Friesland in Wiefels.

Seit 2005 sei es in Deutschland vorgeschrieben, dass Abfälle unbehandelt nicht abgelagert werden dürfen. „Das bedeutet, dass durch entsprechende Verfahren sicherzustellen ist, dass ein möglicher Brennwert sowie der organische Anteil unterhalb festgelegter Grenzwerte liegt“, erklärt Nicola Karmires. In Friesland werde der Abfall deswegen der sogenannten mechanisch-biologischen Abfallvorbehandlung (MBA) unterzogen. Damit werden Abfälle getrennt und aufbereitet. Der Vorteil: „Die im organischen Anteil enthaltenen Stoffe werden in der Vergärung aufgeschlossen und zu Biogas verarbeitet, das dann ebenfalls zur Umwandlung in Energie genutzt wird. Damit ist der energetische Wirkungsgrad besser als in der Verbrennung aller Abfälle.“

Der im Abfallwirtschaftzentrum Wiefels produzierte Strom, rund 12 000 000 Kilowattstunden pro Jahr, werde zunächst direkt für den Stromverbrauch des Abfallzentrums verwendet. Der verbleibende Teil werde in das öffentliche Stromnetz eingespeist. „Durch die auf den Anlagendächern und dem alten Deponiekörper installierten Photovoltaikanlagen werden zusätzlich noch einmal rund 2 400 000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr im Abfallwirtschaftszentrum erzeugt.“

Alle Anlagen des Abfallwirtschaftszentrums entsprechen dem neuesten Stand der Technik und erfüllen alle gesetzlichen Vorgaben, teilt der Landkreis mit. Von einem reinen Deponiebetrieb (1976) hat sich der Betrieb im Laufe der Jahre zu einem Abfallwirtschaftszentrum mit einem Kompostwerk (seit 1996) und einer Mechanisch-Biologischen-Abfallbehandlungsanlage (seit 1998), die in den Jahren 2006 um eine Nassvergärungsstufe und 2011 um eine Trockenvergärungsstufe erweitert wurde, entwickelt.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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