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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ärger über Schüsse am Morgen

09.08.2018

Zetel Über laute Schüsse im Morgengrauen ärgert sich Gabi Ammon-Busenius. Sie wohnt in Zetel am Rande der Marsch und hat der NWZ jetzt von einem für sie schrecklichen Morgen erzählt. Die Zetelerin wurde am Samstag in der Dämmerung von Gewehrschüssen aus dem Schlaf gerissen. In der Nähe ihres Grundstücks fand eine revierübergreifende Jagd auf Rabenkrähen statt.

„Viele Menschen wurden um den Schlaf gebracht. Auch alte Leute und Kinder haben darunter gelitten. Wie kann man in der Nähe eines Wohngebietes so ein Spektakel veranstalten?“, fragt die Zetelerin.

Der heftige Lärm habe sie in Angst und Schrecken versetzt. „Ich dachte zuerst, das wäre ein Feuerwerk. Doch das Geknalle wurde immer mehr. Inzwischen kamen die Schüsse aus allen Richtungen, so dass ich sie nicht mehr orten konnte. Die Salven der Gewehre hallten im Sekundentakt über das Land. Als ich dachte, in meinem Garten wird geschossen, stand ich senkrecht im Bett“, berichtet Gabi Ammon-Busenius. „Ich kam mir vor wie in einem Kriegsgebiet. Die Schüsse waren unheimlich laut.“ Ihrer Verwirrung folgte erst Angst „und später Wut und Aggression“. „Ich bin froh, dass an diesem Wochenende meine kleine Enkeltochter nicht bei mir schlief. Sonst hätte ich ihr erklären müssen, dass draußen erwachsene Menschen mit Gewehren herumlaufen und schießen.“ Die Zetelerin sagt: „Würde ich als normaler Bürger um diese Zeit so einen Krach machen, hätte ich eine Anzeige wegen Ruhestörung am Hals. Doch die Jäger haben nichts zu befürchten.“

Auf Nachfrage der NWZ erklärt Kreisjägermeister Henning Freiherr von Schele, dass tatsächlich seit dem 1. August die Jagd auf die Rabenkrähe freigegeben sei. „Es ist wichtig, dass die Rabenkrähen bejagt werden, denn diese Tiere haben eine enorme Auswirkung auf andere freilebende Populationen. Zu ihren Beutetieren gehören unter anderem Junghasen und junge Singvögel. Rabenkrähen räumen die Nester anderer Vögel regelrecht aus.“

Der Experte erklärt, warum bei der Krähenjagd so viele Schüsse auf einmal fallen: „Es ist nicht erlaubt, die Rabenkrähe mit Fallen zu bejagen. Deswegen hat man sich vor ein paar Jahren eine sehr effektive Jagdmethode einfallen lassen: Wenn es noch dunkel ist, stellen die Jäger ein sogenanntes Lockbild mit Plastikkrähen auf. In den Morgenstunden, wenn es hell wird, fallen die Rabenkrähen in das Lockbild ein, weil sie dort Artgenossen vermuten. Dann können die Jäger die Rabenkrähe selektiv bejagen. Man sieht ja sehr genau, was für Vögel dort einfallen und wo man drauf schießt.“ Er weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass nicht auf die geschützten Saatkrähen geschossen werde.

Doch bei einer solchen Jagd auf Rabenkrähen könne es schon mal sein, dass 50 bis 100 Schuss fallen. „Und das ist natürlich auch laut“, sagt Henning Freiherr von Schele. Es sei aber davon auszugehen, dass die Jäger alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten haben und für die Anwohner keine Gefahr bestand.

Sandra Binkenstein
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2506

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