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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ausgediente Ware erhält zweite Chance

16.07.2019

Zetel Die ausgediente Kaffeemaschine, der ausrangierte Computerbildschirm, das Porzellangeschirr aus dem vergangenen Jahrhundert oder die Spiele der erwachsen gewordenen Kinder wegwerfen? Das kommt für Wolfgang Rompa und Andrè Sabzog nicht in Frage. „Es gibt für nahezu alles noch eine Verwendung“, sind die beiden überzeugt. Und: Ihre Arbeit im Sozialen Kaufhaus in Zetel gibt ihnen Recht.

Wer einen Blick hinter die Türen an der Bohlenberger Straße 13 in Zetel wirft, kann für kleines Geld so ziemlich alles finden, was er im Alltag benötigt. Es gibt Haushaltsgeräte aller Art, ganze Geschirr-Sets stehen in den vollgepackten Regalen und die Kinderspiele sind beinahe bis an die Decke gestapelt. Sie alle haben etwas gemeinsam: Ihr vorherige Besitzer hat sie bei sich aussortiert, aber nicht weggeschmissen. Stattdessen hat er sie dem Sozialen Kaufhaus gespendet. Hier bekommen die ausgedienten Sachen nun eine zweite Chance.

„Wir wollen den Menschen ein Bewusstsein ins Gedächtnis rufen, dass man viele Dinge noch weiter verwenden kann“, sagt Andrè Sabzog. Er ist einer von 24 Mitarbeitern, die sich im Sozialen Kaufhaus Friesland engagieren. Seit Februar 2016 gibt es das soziale Projekt bereits in Zetel – über den Warentisch ist in diesen drei Jahren so ziemlich alles gegangen. „Bei uns kann jeder etwas für sich finden, egal ob Alt oder Jung“, sagt Andrè Sabzog. Einzig Bekleidung oder Möbel gebe es beim eingetragenen Verein nicht.

Die Gebrauchtwaren werden zu günstigen Preisen angeboten – optimal für Familien mit geringen Einkommen. „Wir wurden in Zetel extrem schnell sehr gut auf- und angenommen“, sagt Andrè Sabzog. Er habe die Erfahrung gemacht, dass die Kunden des Sozialen Kaufhauses bunt gemischt sind. „Schließlich ist das Angebot so bunt gemischt.“

Vor kurzem wurde eine Tapeziermaschine verkauft. „Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass es hierfür einen Abnehmer gibt“, gesteht Sabzog. Aktuell habe man außerdem eine ganze Reihe an Computerbildschirmen erhalten. Sabzog: „Die wurden bei der Gemeindeverwaltung aussortiert, funktionieren aber immer noch einwandfrei.“

Abgegeben werden können die Gegenstände jeden Mittwoch bis Freitag von 9 bis 12 Uhr. „Wir schauen dann nach, in welchem Zustand sich die Waren befinden. Wenn etwas verdreckt oder kaputt ist, wird es von uns gewaschen oder in unserer eigenen kleinen Werkstatt repariert und verkaufsfertig gemacht“, erklärt Sabzog.

Einzelne Tassen oder Teller die im Sozialen Kaufhaus abgegeben werden, sind später nicht im Sortiment zu finden. Den Weg in den Abfall finden sie trotzdem nicht. „Sie werden gesammelt und im Laufe des Jahres von einer Zetelerin nach Afrika gebracht“, verrät Andrè Sabzog. Auch außerhalb der Öffnungszeiten (Mittwoch bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr) gibt es für die ehrenamtlichen Mitarbeiter also alle Hände voll zu tun.

„Man kann schon sagen, dass wir ein richtiges kleines Unternehmen sind“, sagt Vorsitzender Wolfgang Rompa. Es gibt Dienstpläne, jeder Verkauf muss mit der eingenommenen Summe notiert werden. Und auch Steuern muss der Verein zahlen – ein immenser Aufwand für die Ehrenamtlichen. „Wir wollen uns sozial engagieren und haben dann mit der Bürokratie zu kämpfen“, ärgert sich Rompa.

Einen Gewinn erwirtschaften darf der Verein nicht. Deshalb wird das Geld an Organisationen und Einrichtungen in Friesland und Umgebung gespendet. „Wir bekommen direkt mit, an wen das Geld geht. Das ist natürlich super“, sagt Sabzog, dem die Arbeit im Zeteler Team unheimlich viel Spaß bereitet.

Nachhaltigkeit, das hat sich das Soziale Kaufhaus in Zetel in doppelter Hinsicht auf die Fahnen geschrieben. „Wir fühlen uns als wertvoller sozialer Baustein in Zetel“, so Andrè Sabzog. Der Verein will nachhaltig etwas aufbauen und auch in den kommenden Jahren noch eine Anlaufstelle für Waren sein, die zwar aussortiert wurden, aber noch keineswegs weggeworfen werden müssen.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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