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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Pflege: In Zetel herrscht Pflegenotstand

17.05.2018

Zetel „Es wird jetzt wirklich dramatisch“, sagt Danja Wehrmann. Sie ist, zusammen mit Tatjana Müller, die Pflegedienstleitung der Sozialstation Zetel. Die gemeindeeigene Sozialstation kann keine Patienten mehr annehmen. Wer häusliche Pflege möchte oder braucht, kommt auf eine Warteliste, und die wird länger und länger. „Wir tun, was wir können, aber wir haben einfach nicht genug Mitarbeiter und es ist unglaublich schwer, Fachkräfte zu finden.“

346 Patienten werden von den 53 Mitarbeitern der Sozialstation betreut – „und mehr geht einfach nicht, wenn die Betreuung noch gut sein soll“, sagt Danja Wehrmann.

Was bedeutet Pflegenotstand?

Der Begriff Pflegenotstand bezeichnet den akuten Mangel an Fachkräften im Bereich der Alten- und Krankenpflege.

Die Kritik richtet sich an die Politik, die sich nach Ansicht der Kritiker nicht ausreichend auf den zu erwartenden Fachkräftemangel eingestellt hat.

Die Gründe für den Fachkräftemangel sind vielfältig. Es gibt immer mehr Bedarf und immer weniger Fachkräfte. Besonders fällt der demografische Wandel ins Gewicht, der zur Folge hat, dass die Gesellschaft „überaltert“ und immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sind. Ein weiterer Grund ist die stetig wachsende Nachfrage nach ambulanter Pflege, weil immer weniger Menschen zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt werden. Nicht zuletzt fällt die Tatsache ins Gewicht, dass Krankenhäuser Patienten oft schneller entlassen als früher, und diese Patienten dann zu Hause auf Pflege angewiesen sind.

Das Image der Pflegeberufe hat gelitten. Die Altenpflege gilt in weiten Teilen der Gesellschaft als unattraktiver Knochenjob – und auch das ist ein Grund für den Nachwuchsmangel.

Patienten abzulehnen fällt ihr nicht leicht. „Es zerreißt einem das Herz, wenn man weiß, die Menschen sind auf ambulante Pflege angewiesen“, sagt Danja Wehrmann. Man muss sich das im schlimmsten Falle so vorstellen: Ein älterer Mensch wohnt alleine in einem der Außenbezirke, die auf „feld“ enden, und niemand kommt, um ihm beim Waschen zu helfen, Spritzen zu geben, sich zu kümmern und zu sorgen. „Aber wir können nichts tun. Es gibt einfach nicht genug Fachkräfte.“

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Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann sagt: „Wir mühen uns redlich. Wir sind immer auf der Suche nach Mitarbeitern und wir zahlen gut. Aber das tun andere mittlerweile auch. Der Arbeitsmarkt im sozialen Bereich ist total leer gefegt.“

Private Pflegedienste haben das gleiche Problem. „Die Situation ist eine Katastrophe“, sagt Peter Kniebeler vom ambulanten Pflegedienst „Bliev to Huus“ in Bockhorn. „Auch wir müssen Patienten ablehnen, wir sind absolut an der Grenze. Vor allem die Pflege in den Außenbezirken können wir kaum noch leisten. Das Problem ist flächendeckend und man kann ganz klar sagen: Die Politik hat gepennt.“

Das sieht Heiner Lauxtermann genauso. „Alle haben das kommen sehen, doch die Politik hat sich nicht darauf eingestellt. Eine große politische Offensive ist überfällig.“ Nur so könne das Problem gelöst werden.

Die Sozialstation Zetel bildet auch selbst Fachkräfte aus, doch die riesige Nachfrage nach ambulanter Pflege kann man damit längst nicht decken, sagt Danja Wehrmann. „Es ist auch immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden. Denn die Pflege hat ein Imageproblem, dabei ist Altenpflege ein sehr ehrenwerter Beruf.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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