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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Soziales Kaufhaus Friesland: Im Kaufhaus hat er das Kommando

04.06.2020

Zetel Mit der Überschrift „Im Kaufhaus hat er das Kommando“ wäre André Sabzog sicher nicht einverstanden gewesen. Es passte so gut und daher haben wir ihn nicht gefragt. Nicole Peters, Schatzmeisterin im Sozialen Kaufhaus, versichert aber: „Andrè war zwar Bootskommandant bei der Marine, aber er hat hier absolut keinen Befehlston drauf. Im Gegenteil.“ Andrè Sabzog ist der neue Vorsitzende des Sozialen Kaufhauses Friesland an der Bohlenberger Straße 13 in Zetel. Er hat die Nachfolge von Wolfgang Rompa angetreten, der das Kaufhaus zu dem gemacht hat, was es heute ist, und der sein Amt aus Altersgründen abgegeben hat.

Der neue Vorsitzende, Andrè Sabzog, sagt, er hätte sich niemals träumen lassen, ein Kaufhaus zu leiten. Er hat für das Kaufhaus zunächst die Pressearbeit gemacht, weil er bei der Marine auch lange als Presseoffizier gearbeitet hat. „Und dann ist der Funke schnell übergesprungen“, sagt Andrè Sabzog. Er hat eingewilligt, den Vorsitz zu übernehmen, denn er liebe es, mit Menschen zu arbeiten – und das müssen nicht unbedingt Soldaten sein.

„Der Unterschied zwischen der Arbeit mit Soldaten und der Arbeit mit Ehrenamtlichen ist: Bei Soldaten muss man lange daran arbeiten, dass sie ehrlich und offen einem gegenüber sind. Im Sozialen Kaufhaus bekommt man sofort zurückgespiegelt, was in Ordnung ist und was nicht, wie die Ideen bei den Mitgliedern ankommen und wie die Stimmung im Team wirklich ist“, sagt der Zeteler. Und die Stimmung, die sei wirklich gut.

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Das Soziale Kaufhaus Friesland läuft so: Bürger spenden gut erhaltene Dinge, die sie zu Hause aussortiert haben – Toaster, Kaffeemaschinen, Geschirr, Spielzeug, Bettwäsche, Tischdecken, Vasen, Nippes. Das Team vom Sozialen Kaufhaus bereitet die Spenden auf und reinigt sie, zeichnet sie mit einem niedrigen Preis aus und verkauft sie im Geschäft an der Bohlenberger Straße 13 in Zetel. Jeder kann in das Geschäft kommen und etwas kaufen und tut damit etwas Gutes, denn die Erlöse aus dem Verkauf der Waren werden an gute Zwecke gespendet.

Seit das Soziale Kaufhaus Friesland nach einer mehrwöchigen Corona-Zwangspause wieder geöffnet ist, ist der Andrang auf die Waren groß. „Wir haben einen Bücherumsatz, das ist Wahnsinn“, sagt André Sabzog. „Die Leute haben wieder Zeit zum Lesen. Und auch Spiele erleben jetzt eine Renaissance – Gesellschaftsspiele, Geduldsspiele, Puzzles, eben alles, was man mit Kindern und der Familie spielen kann.“ Weil keine Veranstaltungen stattfinden und auch sonst in der Corona-Zeit nicht viel los ist, haben die Menschen eben wieder mehr Zeit für Bücher und Spiele. „Manche Leute kaufen bei uns auch Bücher oder Puzzles, und wenn sie sie ausgelesen oder fertig gelegt haben, geben sie sie als Spende wieder zurück und kaufen neue“, sagt Andrè Sabzog. „Ist das nicht wundervoll?“

Ja, das ist es. Und überhaupt ist die Arbeit als Leiter eines so besonderen Kaufhauses etwas Wundervolles, sagt der Familienvater. „Manche Leute kommen auch her, um Wärme und Gespräche zu bekommen, nicht unsere Waren“, erzählt er. Im Winter würden die Leute auf ihrem Gang durchs Dorf gerne mal Pause im Geschäft machen, man hält einen Schnack und schnüstert in den Regalen. Schnacken und schnüstern, das kann man im Sozialen Kaufhaus.

Doch so nett das Ganze auch ist, ist das Kaufhaus doch ein kleines Unternehmen. Mehr als zwanzig Vereinsmitglieder arbeiten im Kaufhaus mit, alles muss geplant und organisiert werden und die Finanzen müssen Hand und Fuß haben, schließlich muss das Kaufhaus auch Steuern ans Finanzamt in Wilhelmshaven zahlen. „Das Finanzamt sieht uns als Wirtschaftsbetrieb“, sagt Sabzog.

Auch die Empfänger der Spenden, ausschließlich eingetragene Vereine, müssen sorgfältig ausgewählt und nachweisbar gemeinnützig sein. „Man wird hier schon zum Geschäftsmann“, sagt Andrè Sabzog. Nur um den Gewinn, um den geht es nicht, denn einen Gewinn darf das Kaufhaus nicht erwirtschaften. „Wir machen das hier alle, weil wir etwas Gutes tun wollen, und an der Freude unserer Kunden und der großen Spendenbereitschaft der Bürger sieht man, dass uns das gelingt.“

Sandra Binkenstein Redakteurin / Redaktion Varel
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