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Oldenburgerin übernimmt Fraktionsvorsitz der Linken
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Aktualisiert vor 35 Minuten.

Amira Mohamed Ali
Oldenburgerin übernimmt Fraktionsvorsitz der Linken

NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Dieser Stall erzählt die Geschichte des Waldes

11.07.2019

Zetel Mehr als 200 Jahre alt müssen sie sein, die dicken Balken, die das Dach tragen. Rainer Städing steht neben einem der Pfeiler, bohrt mit dem Finger in ein großes Loch im Holz und sagt: „Die Balken wurden nicht für dieses Gebäude hergestellt, sondern vermutlich zweitverwertet. Darauf deuten diese Löcher hin.“ Der Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten weiß noch mehr, zum Beispiel, dass die dicken Hauptbalken des Ständerwerks noch per Hand behauen und nicht etwa gesägt worden sind. Er steht im historischen Schafstall im Schweinebrücker Fuhrenkamp, es ist kalt und dunkel, der dreißig Meter lange Stall schluckt das Licht, das durch die kleinen Fenster hineinfällt. 182 Jahre alt ist der denkmalgeschützte Schafstall, in den ein Schäfer einst Hunderte Schafe hineintrieb, wenn es Nacht wurde. Das Haus steht mitten im Wald. Doch das war nicht immer so.

Dort, wo heute der Schweinebrücker Fuhrenkamp ist, war vor Jahrhunderten ein riesiges Heidefeld. Erstmalig erwähnt wurde die Schäferei in einem Heuer-Contract vom 8. Juni 1683. Das fand Heino Hilbers vom Arbeitskreis Heimatkunde Neuenburg heraus. Das genaue Baujahr der ursprünglichen Schäferei aber ist nicht bekannt. Am 29. November 1836 zerstörte ein Herbststurm den alten Schafstall. Die Schafherde, die damals aus 600 Tieren bestand, war noch draußen, kein Schaf kam zu Schaden. Ein Jahr später wurde der neue Schafstall erbaut, dessen Ständerwerk noch heute steht.

Der Schafstall wurde in den letzten Jahrzehnten als Lager für die angrenzende Baumschule der ehemaligen Revierförsterei Schweinebrück genutzt. Im Jahr 2012 wurde das Dach aufwendig erneuert und es wurden alte Stallfenster eingebaut.

Der Schafstall erzählt die Geschichte des Schweinebrücker Fuhrenkamps. Im Mittelalter wurde das Gebiet land- und forstwirtschaftlich genutzt. Der Hunger der Menschen nach Holz als Bau- und Brennmaterial war groß, außerdem bestellten sie auf der Fläche zwischen Neuenburg und Bohlenbergerfeld ihre Felder. Von nachhaltigem Wirtschaften wussten die Menschen noch nicht viel. Das Land wurde stark beansprucht und was blieb, war ein karger Geestboden, auf dem Heidekraut wuchs.

Jahrhundertelang war das Gebiet eine weitläufige Heidefläche. Bis die Wiederaufforstung begann. Bereits 1798 legten Förster die sogenannten Fuhrenkämpe, das waren frühe Baumschulen für Kiefern, die auch Föhre oder Fuhre genannt werden. Diese Kiefern sollten dann auf dem öden Heideland wachsen – und das war anfangs gar nicht so einfach. Die Förster erlebten viele Rückschläge. Doch letztlich war die Aufforstung so erfolgreich, dass der Schafstall von einst heute in einem dichten Wald steht. „Das muss man sich mal vorstellen“, sagt Rainer Städing. Er tritt aus der Tür des Stalls, blinzelt gegen die Sonne zu den Baumkronen. „Vor 180 Jahren war der Wald noch nicht da.“

Der Schweinebrücker Fuhrenkamp

Das gesamte Gebiet ist 590 Hektar groß und gehört damit zu den größeren Wäldern im waldarmen Nordwesten von Niedersachsen.

Hervorgegangen ist der Wald aus der mühsamen Wiederaufforstung weitläufiger Heideflächen überwiegend mit Kiefern. Noch heute besteht der denkmalgeschützte 30 Meter lange Schafstall von 1837, der an die Zeit erinnert. Mit den „Fuhrenkämpen“ begann die Wiederanlage des Waldes in Schweinebrück 1798. In diesen Kämpen wurden die zur Aufforstung benötigten Kiefern herangezogen.

Beim Jahrhundertsturm 1972 wurden etwa zwei Drittel des Waldes vernichtet und dann überwiegend mit Douglasien, Fichten, Tannen und etwas Eiche wieder aufgeforstet.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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