Sande - „In Sande gibt es zu wenig ansprechenden kleinen Wohnraum. Insbesondere ledige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses suchen oft lange vergeblich nach einer passenden Unterkunft“, sagt Ratsherr Frank David (FDP). Zugleich gebe es in Sande kaum mehr kurzfristig bebaubare Flächen, um für diese Gruppe zeitnah angemessenen Wohnraum zu schaffen.
Vorteile für alle Seiten
Die Ratsgruppe Grüne/FDP und Linke bringt daher die Konzeption einer Tiny-House-Siedlung ins Spiel, die von vornherein nur auf eine bestimmte Nutzungsdauer ausgelegt ist. Einen Antrag für solche winzigen (engl. tiny) Modul- oder Singlehäuser hat die Gruppe nun für den Fachausschuss Bauen, Planen und Umwelt eingebracht und schlägt auch gleich Flächen vor, wo sich ein solches Projekt umsetzen ließe: Zum Beispiel am Leyleckerhörn parallel zur Straße am Markt, auf dem Ulferschen Gelände, dem Kirchenacker, auf der Fläche hinter dem Wohnmobilstellplatz Altmarienhausen in Richtung Kanal oder zwischen Paddel- und Pedalstation und dem Kanuverein.
Der Flächenbesitzer müsste die Fläche nicht verkaufen, eine Verpachtung würde reichen, so Frank David. Der Grundeigentümer könne durch eine langfristige Verpachtung dauerhaft planbare Einnahmen erzielen, verliert aber die Rechte an seinem Grund nicht.
Mehrere Optionen
Auch für die Gemeinde hätte ein solches Projekt viele Vorteile: neben der schnellen Möglichkeit, attraktiven Wohnraum zu schaffen, würde ein solches innovatives Wohnkonzept überregionale Aufmerksamkeit erzielen. Und für den Besitzer des Tiny Houses hätte diese Wohnform unter anderem den Vorteil niedriger Bau- bzw. Anschaffungskosten, der Nachhaltigkeit und der Mobilität der eigenen (Im)mobilie, mit der es sich relativ einfach auch wieder umziehen ließe.
Bei der Ausführung könnte die Gemeinde einen Investor suchen, der eine komplette Siedlung nach den Vorgaben der Gemeinde erstellt, meint die Ratsgruppe. Oder aber die Grundstücke würden einzeln verpachtet und den Pächtern lediglich Vorgaben zu Größe und Mobilitätsanforderungen gemacht. Vorab geklärt werden müssten die Erschließung mitsamt der Infrastruktur und die Sicherstellung einer ganzjährigen Nutzung. Die Gruppe aus Grünen/FDP/Linke hofft auf einen Beschlussvorschlag, der zunächst einmal zu Vorgesprächen mit Flächeneigentümern führt.
