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Klosterhof Jührden in Bockhorn Raubtier reißt schon das dritte Kalb

Gerissen: Das Angus-Kalb war gerade mal einen Tag alt.

Gerissen: Das Angus-Kalb war gerade mal einen Tag alt.

privat

Bockhorn - Traurige Nachricht vom Klosterhof Jührden in Bockhorn: Landwirt Volker Caspers hat am Sonntagmorgen die Überreste eines Jungtieres gefunden. Das gerade mal einen Tag alte Angus-Kalb lag auf einer Weide etwa 30 Meter vom Stall entfernt.

Noch am Sonntag hat ein Wolfsberater der Landwirtschaftskammer den Fund begutachtet. Die Auswertung der DNA-Probe stehe zwar noch aus. „Aber er war sich ziemlich sicher, dass es ein Wolf war“, sagte Caspers am Abend unserer Redaktion. „Das ist ärgerlich, bedrückend und macht uns Sorgen.“

„Population ist zu groß“

Caspers räumt dem Wolf ein Existenzrecht in der Region ein. „Aber die Population ist einfach zu groß geworden.“ Begegnungen mit Wölfen seien mittlerweile keine Seltenheit mehr. „Manchmal ist es einer, manchmal laufen aber auch zwei oder drei vorbei.“ Der Landwirt fordert ein „gutes Wolfsmanagement“. Die Zahl der Wölfe müsse der Nahrung angepasst werden, die die Tiere in den Wäldern finden, kranke Rehe zum Beispiel oder Kleintiere. „Die Wölfe werden im Wald nicht mehr satt – deshalb holen sie sich Schafe, Kälber oder ähnliches von den Weiden.“

Wie im Hochsicherheitstrakt

Bereits im vergangenen Jahr hat Caspers zwei Jungtiere durch Raubtiere verloren. „Die waren nur etwas weiter vom Stall entfernt.“ In Gesprächen mit den Behörden wurde der Hof zum Wald hin daraufhin mit „ziemlich vielen Drähten“ geschützt. Nun steht noch ein Elektrozaun an der Rückseite aus. „Dann ist hier ein Hochsicherheitstrakt.“ Die Kosten müsse der Hof zwar nicht selbst tragen; „aber uns bleibt viel Arbeit“.

Der idyllisch gelegene Klosterhof Jührden, nahe der Kreisgrenze zum Ammerland, ist bekannt für hochwertige landwirtschaftliche Erzeugnisse und Fleisch- und Wurstwaren. 2015 hat der Hof nach eigenen Angaben die konventionelle Produktion auf artgerechte Haltung und Fütterung umgestellt. Angus-Rinder und Duroc-Schweine werden nach eigenen Angaben auf dem Hof geboren und aufgezogen – und erst auf Bestellung von Kunden geschlachtet.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)
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