Cleverns/Wolfsburg - In der Debatte um den Umgang mit den Wölfen des „Rudel Friedeburg“ hat sich der Verein „Freundeskreis freilebender Wölfe“ mit Sitz in Wolfsburg zu Wort gemeldet. Der Verein kündigt an, gegen die von Umweltminister Olaf Lies angekündigte Abschussenehmigung vorzugehen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass mehrmals Kinder auf Wiesen am Clevernser Schulweg einen Wolf gesehen haben wollen. In diesem Bereich hatte der Wolf zuletzt ein Rund gerissen. Das Umweltministerium hat daraufhin angekündigt, die Situation nicht nur genau im Blick zu behalten, sondern auch einzugreifen, sollte sich der Wolf Menschen nähern.

Neun Rinder sind seit April vom Wolf gerissen worden, fünf im Landkreis Wittmund, vier seit vergangenem Donnerstag im Bereich Cleverns-Sandelermöns. Höchstwahrscheinlich von ein und demselbem Rüden, das Umweltministerium wartet noch auf die letzten Auswertungen der DNA-Proben. Fest steht mittlerweile außerdem, dass mehrfach ein zweiter Wolf an den Rissen beteiligt war.

„Gut begründet werden konnte bisher nicht ein Wolfsabschuss. Im Gesamtzusammenhang dient diese Forderung nur der Ablenkung von nicht ausgeführtem Herdenschutz vor Ort“, teilt Hendrik Spiess, Sprecher des Freundeskreis freilebender Wölfe, mit. Und: „Eine Akzeptanz für unbegründete und nicht zu rechtfertigende Abschüsse hochgeschützter Arten, gerade in den aktuell betroffenen Gebieten, kann und wird es nicht geben. Zuerst einmal ist seitens der Nutztierhalter im LK Wittmund und LK Jever verantwortungsvoll angewendeter Herdenschutz aufzuweisen.“

Der Freundeskreis bemängelt, dass „Einen ordnungsgemäß schützenden Zaunbau zum Schutz eigener Nutztiere konnte oder vermochten die Halter bzgl. der aktuellen passierten Risse im LK Wittmund und Jever offensichtlich nicht zu leisten“. Damit seien geplante Wolfsabschüsse nicht gerechtfertigt. Und: „Zu Konflikten mit Nutztierhaltern kommt es hingegen ausschließlich bei nicht oder nicht ordnungsgemäß angewendeten Schutzmaßnahmen in der Weidetierhaltung“, behauptet der Verein.