Varel - Die Kläranlage Varel wird zur Großbaustelle. In wenigen Tagen beginnt der Neubau der Faulungsanlage. Rund zehn Millionen Euro investiert der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) für dieses Projekt.

Voraussichtlich im Herbst 2023 soll die neue Anlage dann in Betrieb gehen. Anschließend wird die bisherige Anlage rückgebaut, voraussichtlich über das Jahr 2024 hin.

Gerade in den ersten Wochen wird es am Moorhausener Weg und den weiteren Zufahrtsstraßen zu verstärktem Schwerlastverkehr kommen. Die Maßnahme ist laut Christoph Kraft, OOWV-Regionalleiter in Friesland und Wittmund, ein wichtiger Beitrag für die Entsorgungssicherheit in der Region.

In den Faultürmen wird der auf der Kläranlage anfallende Klärschlamm unter sauerstofffreien Bedingungen durch Bakterien zu Faulschlamm und Faulgas verwertet.

Die bisherige Schlammfaulungsanlage stammt aus dem Jahr 1968. Sie zu sanieren wäre „unter wirtschaftlichen und energetischen Gesichtspunkten nicht rentabel“, sagt Kläranlagenleiter Fred Richter. Dem zuständigen Ingenieur beim OOWV, Dennis Fricke, zufolge sind die Bauwerke und die technische Ausrüstung „stark abgängig“, also zunehmend untauglich. Sie werden noch so lange genutzt, bis die neue Faulungsanlage in Betrieb geht.


Die Kläranlage Varel ist für 58 000 Einwohner im Einzugsgebiet ausgelegt. Jährlich reinigt sie bis zu 2,1 Millionen Kubikmeter Abwasser; das ist pro Tag in etwa das zweifache Volumen eines olympischen Schwimmbeckens.

Thilo Schröder
Thilo Schröder Thementeam Polizei/Justiz