Jever - Connor rümpft die Nase: „Kaffee riecht ekelhaft, einfach grau-en-haft!“, sagt der Siebenjährige. Kaffee kennt er natürlich von Zuhause – bei der Zeltwerkstatt im Schlosshof Jever wird er frisch gemahlen. Zu trinken gibt es dann kindgerecht natürlich nur Getreidekaffee.
In der Zeltwerkstatt des Schlosses sind zwei Klassen der Grundschule Oestringfelde, um Gegenstände kennen zu lernen, die ihre Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern benutzt haben. Die Kaffeemühle kennen einige Kinder, aber was ist mit Waschbrett oder Schreibmaschine?
In diesem Jahr nehmen rund 200 Jungen und Mädchen teil. Als Unterstützung ist Renja Popken dabei. Sie absolvierte 2020 ein soziales Jahr im Schlossmuseum und hat momentan noch Semesterferien. Popken ist mit Sofia, Maria, Yara, Melia und Magdalena an der Zinkwanne und dem Waschbrett beschäftigt. Die Siebenjährigen schrubben mit Hingabe Kleider. Mit einer Vierkantreibe raspelt eines der Mädchen ein Stück Seife aufs Waschbrett, dann wird das Kleidungsstück – lange, weiße Unterhosen und Tops, die früher als Büstenhalter dienten – in die Seifenlauge getaucht und am Waschbrett gerieben. Schließlich werden die Kleider ausgewaschen und an einer Wäscheleine aufgehängt.
An einer anderen Station schreiben die Kinder mit Feder und Pinsel. „Die Feder finden sie besonders spannend, sie finden es sogar schöner als mit dem Füller zu schreiben“, weiß Museumspädagogin Elisabeth Wilken.
