Zetel - Was braucht man vor Weihnachten? Richtig: Geschenke, einen vollen Kühlschrank und einen guten Haarschnitt. Der Friseurbesuch vor den Feiertagen ist für viele Menschen ein Pflichttermin. Doch dann kam der Lockdown: Als Sonntag beschlossen wurde, dass die Friseure ab diesen Mittwoch schließen müssen, blieben der Friseurmeisterin Elke Hofdmann und ihren drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genau zwei Tage, um alle Kunden, die bis Weihnachten einen Termin hatten, noch unterzubringen.
Schon lange ausgebucht
„Wir waren ja schon lange komplett ausgebucht bis zum 23. Dezember. Und da waren auch viele Färbe-Kunden dabei. Die wollen nicht bis Mitte Januar warten, der Ansatz wächst ja immer weiter raus“, sagt sie. Die Friseurmeisterin in Bohlenberge hat also alle Kunden angerufen, die noch Termine bis Weihnachten gebucht hatten, und sie vorverlegt: Montag und Dienstag hat sie zusammen mit ihrem Team im Akkord, ohne lange Mittagspause und bis abends 22 Uhr Haare geschnitten und gefärbt. Für den Abstand konnte Elke Hofdmann sorgen: Weil sie ihren Salon direkt am Haus hat, konnte sie die Kunden zum Warten in der Küche Platz nehmen lassen.
Für die Friseure sei der erneute Lockdown katastrophal. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte im Sommer noch gesagt, mit dem Wissen von heute hätte er die Friseursalons im ersten Lockdown im Frühjahr nicht geschlossen. „Deswegen hatten wir jetzt gar nicht damit gerechnet, dass es uns auch trifft. Aber es hilft ja nichts, da müssen wir durch.“
Zum ersten Mal seit 35 Jahren habe sie jetzt vor Weihnachten ein paar freie Tage. „Das wird total ungewohnt sein, ohne Stress in die Feiertage zu starten. Dann kann man mal in Ruhe den Weihnachtsbaum schmücken.“
Geduld haben
Den Kunden, die jetzt bis Mitte Januar oder länger auf einen Friseurtermin warten müssen, rät Elke Hofdmann, Geduld zu haben und nicht selbst Hand anzulegen. „Ein herauswachsender Ansatz lässt sich mit einem Zick-Zack-Scheitel lange kaschieren.“ Selbst zu färben sei selten eine gute Idee. Auch die Do-it-yourself Maschinen-Haarschnitte, die sie im ersten Lockdown sehen musste, wünscht sie sich nicht zurück. „Wenn’s geht, verzichten Sie aufs Selbstschneiden.“
