Zetel/Ellens - Die Bagger rollen, die Erdarbeiten sind in vollem Gange: In Ellens wird alles für den Bau des Autohofs und Logistikports vorbereitet. Das sorgt für Ärger bei den Gegnern des Großprojekts. Die Klimagruppe Friesische Wehde hat ein großes Transparent mit der Aufschrift „Marsch statt Beton“ an der Kreuzung Blauhander Straße/Ellens aufgehängt. Die Gruppe nennt außerdem ihre Kritikpunkte.
Bauschild ist Pflicht
Die Klimaaktivisten kritisieren unter anderem, dass immer noch kein Baustellenschild angebracht worden sei. Auf so einem Schild stehen beispielsweise Kontaktdaten des Bauherrn. Es besteht eine Pflicht, so ein Schild aufzuhängen beziehungsweise aufzustellen. Das Schild wird mit der Baugenehmigung an den Bauherrn ausgehändigt.
Die Klimagruppe schildert einen Fall, bei dem so ein Schild hilfreich gewesen wäre: Der Bagger, der dort das Erdreich aufwühlt, soll der Klimagruppe zufolge Anfang vergangener Woche ein Telefonkabel gekappt und so die Verbindung mehrerer Häuser in Ellens abgeschnitten haben.
Die Deutsche Telekom erklärte allerdings auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die Kabel bei den nur wenige hundert Meter entfernt stattfindenden Arbeiten an der Autobahnbrücke gekappt worden seien.
Weiterhin kritisiert die Klimagruppe, dass das ganze Projekt Autohof und Logistikport „undurchsichtig“ sei. Der Öffentlichkeit sei nach wie vor nicht klar, wer dort eigentlich Bauherr sei. „Nach Telefonaten mit dem bisherigen Besitzer des Grundstücks Jürgen Schlösser (Dekron Invest B.V.) ist seine Firma noch an dem Projekt beteiligt, aber sie ziehen sich jetzt aus der Planung zurück. Die Hamdi Group GmbH aus Kronau ist laut der Gemeinde Zetel aktueller Besitzer des Grundstücks.“
Verwirrung um Investor
„Von einer weiteren Beteiligung des Unternehmens Dekron Invest B.V. sei der Gemeinde nichts bekannt“, schreibt die Klimagruppe. Das stifte Verwirrung bei den Zetelern. Auf der Internetseite zum Autohof Ellens (logisticport.com) ist noch immer Jürgen Schlösser als CEO des Großprojekts genannt.
Der eigentliche Bau des Autohofs mit Logistik-Flächen soll im kommenden Jahr beginnen. Drei bis fünf Jahre soll der Bau dauern, das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf 120 bis 150 Millionen Euro.
