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Zeteler Gastwirtschaft „zum Waldesrand“ Wirtin gibt Oldenburgische Volkshymne ab

August Hobbie

Zetel - Über Jahrzehnte schmückte die alte Abbildung der Oldenburgischen Volkshymne die ehemalige Zeteler Gastwirtschaft „Zum Waldesrand“. Das an der Oldenburger Straße gelegene Lokal war lange Zeit ein beliebter Treffpunkt für Menschen aus der Region. Hanna und Ibeling Veenhuis führten den Gasthof gemeinsam über mehr als zwei Jahrzehnte. 1993 zog sich das Ehepaar Veenhuis in das Privatleben zurück. Die Wirtin will sich jetzt von dem Abdruck der Volkshymne trennen und ihn „in gute Hände geben“. Wer sich für das gute Stück interessiert, kann sich bei der Nordwest-Zeitung melden unter Tel. 04451/99882500.

Hier ging es hoch her

Der Druck befindet sich seit Jahrzehnten in Familienbesitz und war ein „Hingucker“ in dem ehemaligen Lokal. Zurück bleiben eine Vielzahl von Erinnerungen der 87-Jährigen an die teilweise recht turbulente Zeit in der Gastronomie.

In der Hochzeit der Gaststätte trafen sich bei Veenhuis regelmäßig rund 40 Kegelclubs auf den Bahnen im Haus. Sie erinnert sich: „Bei uns war jeden Abend etwas los. Zur Ruhe kamen wir kaum.“ Hanna Veenhuis war als Köchin für ihre leckeren Speisen bekannt. Doch kaum waren die Gerichte gekocht und serviert, musste sie die Gäste bedienen und mit Getränken versorgen: „Unsere Paprikaschnitzel waren bei den Gästen sehr beliebt, auch die Currywurst zählte zu den Rennern.“

Doch es waren nicht nur diese beiden Speisen, für die das Lokal bekannt war. „Im Winter rückte natürlich der Grünkohl mit den Beilagen in den Mittelpunkt. Im Saal trafen sich die Gäste zu Familienfeiern aller Art. Dann ging es in der Küche besonders heiß her. Hanna Veenhuis: „Bei Hochzeiten zum Beispiel mussten wir zum Teil sehr aufwendige Menüs zubereiten. Das war immer eine ganz besondere Herausforderung für uns.“

Von ihren Kochkünsten hat die Seniorin nichts verlernt. Auch nach dem Tode ihres Mannes im Jahr 2012 versorgt sie sich weiter selbst, steht regelmäßig am Herd und bereitet ihr Essen zu. Jung hält sie auch der Kontakt zu ihrem Kegelclub „Pudelaner“. Die Kegelschwestern treffen sich regelmäßig alle 14 Tage bei „Tepe“ zum gemütlichen Plausch. Die 87-Jährige sagt: „Wir sitzen bei Kaffee, Tee und Kuchen zusammen und erinnern uns an die alten Zeiten. Wir kegeln nicht mehr, das haben wir schon lange aufgegeben.“ Der Club wurde am 15. Februar 1962 gegründet, sportliche Heimat war die Gaststätte „Zum Waldesrand“.


An diesem Standort wurde bereits 1784 ein landwirtschaftlicher Betrieb erbaut. 1905 wurde hier ein neues Haus errichtet, welches 1912 von der Witwe des Eilert Hobbie zum Gasthof ausgebaut wurde. 1914 wurde der Gebäudekomplex durch eine Kegelbahn erweitert. 1918 erwarb Bernd Bünting aus Dünkirchen das Anwesen, der hier neben der Gastwirtschaft auch einen Gemischtwarenladen führte.

Lange Geschichte

Der Nachfolger Ernst Meyer gestaltete das Anwesen seit 1931 zu einem beliebten Ausflugslokal um, zu dem auch ein Biergarten gehörte. Eine Attraktion für die kleinen Gäste war der Kleintierzoo mit Affen, Fasanen, Pfauen und anderen Tieren. Vor 1933 befand sich hier auch die Stempelstelle des Arbeitsamtes. 1957 erwarb Ibeling Veenhuis das Lokal. Das Haus war für seine gutbürgerliche Küche bekannt und de Kegelbahn wurde über viele Jahre von den Zetelern Sportkeglern genutzt. Doch das gehört alles der Vergangenheit an. Mittlerweile wird das Gebäude anderweitig genutzt.

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