Zetel - Traditionell gehört der schulfreie Mittwoch, sehr zur Freude der Mädchen und Jungen, zum Zeteler Markt. Statt trockenem Lehrstoff steht dann Freude und Spaß im Vordergrund. Als bis heute regelmäßige Zeteler-Markt-Besucherin war auch Monika Stark in jungen Jahren stets davon begeistert, sie traf sich dann mit Klassenkameradinnen und -kameraden auf dem Markt, drehte manche Runde mit Karussells und genoss den freien Tag. Allerdings wurde diese Freude für die Schüler im Jahr 1960 getrübt.
Die Mittelschule Zetel war gerade in ihr neues Gebäude gezogen und bekam auch einen neuen Rektor. Studienrat Erwin Inkmann war erst kürzlich nach Zetel gezogen und wusste von der Mittwoch-Frei-Tradition nichts.
„Wir hatten eine Mathearbeit geschrieben, die total daneben gegangen war, und er hat uns alle für Mittwoch zum Nachschreiben in die Schule bestellt“, berichtet Monika Stark, „dagegen rebellieren ging nicht, Lehrer waren Respektspersonen“. So brüteten die damals 16-Jährige und ihre Mitschüler über den Rechenaufgaben für die 10. Klasse, während von draußen die Marktmusik ins Klassenzimmer drang und sich der fröhliche Trubel erahnen ließ. Ob diese Wiederholungsarbeit bessere Ergebnisse hervorbrachte, weiß Monika Stark heute nicht mehr.
Schon als kleines Mädchen ist Monika Stark mit der Familie zum Markt spaziert. „Wir haben immer gewartet, bis die Lichter angingen, dann sah es besonders schön aus“, berichtet sie. Später steckte ihr Oma oft Taschengeld für den Marktbesuch zu: „Das hab ich mir für diese drei Tage aufgeteilt.“
Nun freut sich Monika Stark wieder auf einen Marktbesuch, jetzt mit Kindern und Enkeln. „Und auf unser gemeinsames Aalessen, das ist in unserer Familie Tradition, Grünkohl gibt es später.“
