Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Zweitwohnungssteuer in Jever Zu viel Aufwand für zu wenig Einnahmen?

Die Zweitwohnungssteuer spielt Einnahmen ein – aber zunächst eher in überschaubarer Menge.

Die Zweitwohnungssteuer spielt Einnahmen ein – aber zunächst eher in überschaubarer Menge.

dpa/Symbolbild

Jever - Den einen ist sie „so überflüssig wie ein Kropf“ (Sibylle Raquet, FDP), den anderen ein mögliches Korrektiv zur Wohnungsbaumisere (Sina Beckmann, Grüne) – der SPD ist die Zweitwohnungssteuer vor allem ein sehr altes politisches Anliegen. Seit der Ratssitzung am Donnerstag ist die Zweitwohnungssteuer für Jever beschlossen. Die Sozialdemokraten haben die sogenannte „örtliche Aufwandssteuer“ seit Jahren und lange vergeblich auf der Agenda gehabt und sie diesmal in Kooperation mit den Grünen durchgeboxt. 16 Ja-Stimmen waren dafür nötig gegenüber elf Gegenstimmen von CDU, SWG/FB und FDP.

46 Steuerpflichtige

Steuerpflichtig sind im Prinzip alle Eigentümer von Zweitwohnsitzen neben einem Hauptwohnsitz, wenn diese auch nur halbwegs zum Übernachten und Kaffeekochen geeignet sind. Abzüglich einer schier endlos erscheinenden Liste von Steuerbefreiungsgründen in der nun beschlossenen Satzung bleiben etwa 46 mögliche Steuerpflichtige, die zu veranlagen wären. Der Ertrag beliefe sich für die Stadt im ersten Jahr auf etwa 10.000 Euro, was keinen großen Wurf für die Finanzen darstellt. In den folgenden Jahren kann sich das laut Kämmerei bis auf 30.000 oder 40.000 Euro steigern.

„Einsatz zu hoch“

Für Hendrik Theemann (FDP) ist die Zweitwohnungssteuer nichts als Bürokratie, die in keinem Verhältnis zum Aufwand und den Kosten der Verwaltung bei der Erhebung stehe. „Sie ist inhaltlich fragwürdig, und eine Entlastung der Verwaltung werden wir so nicht schaffen“, sagte er. Sibylle Raquet stellte fest, für die abzüglich der Verwaltungskosten vielleicht 9000 Euro, „ist der Einsatz zu hoch“.

Frage der Fairness

SPD-Fraktionschef Stefan Fischer schärfte den Blick für die Perspektive: „Das steigert sich noch.“ Sina Beckmann hielt es in ihrer Wortmeldung für möglich, dass sich das Wohnraumproblem entspannen ließe, wenn Zweitwohnungsbesitzer eventuell unter dem Druck der Steuer ihre Zweitwohnung aufgäben. Grundsätzlich müsse man auch mit dem „kleinen Taler“ arbeiten. Nicht zuletzt ist die Zweitwohnungssteuer für Beckmann eine Frage der Fairness: „Wer zwei oder drei Wohnsitze hat profitiert auch von der Infrastruktur und den öffentlichen Ressourcen.“

Elke Weil (Freie Bürger) monierte, die SWG/FB-Gruppe habe schon Vorschläge gemacht, „bei denen mehr rausgekommen wäre“.

Christoph Hinz
Christoph Hinz Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Diese etwa 500 Jahre alte Waldeibe im Klosterpark in Schortens ist jetzt Nationalerbe-Baum.

NATIONALERBE-BAUM Waldeibe in Schortens ist die schönste in ganz Deutschland

Rieke Steinborn
Schortens
Täglicher EM-Podcast
Joshua Kimmich (von links), Niclas Füllkrug, Jamal Musiala und Ilkay Gündogan bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 durch den ehemaligen Bremer Füllkrug.

PODCAST MIT GAST-EXPERTE MARKUS BABBEL Magic Musiala, Füllkrug als König von Europa – und zwei kleine Makel

Lars Blancke Julian Reusch
Oldenburg
Interview
Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP

FINANZMINISTER CHRISTIAN LINDNER „Unser Land braucht einen neuen Agenda-Moment“

Jan Drebes Birgit Marschall
Schulter an Schulter als Gegner im Marschwegstadion: Nico Mai (rechts) geht im Trikot von Holstein Kiel II gegen Marc Schröder vom VfB Oldenburg in den Zweikampf.

SO LAUFEN PERSONALPLANUNGEN Was der vierte Zugang für den Kader des VfB Oldenburg bedeutet

Lars Blancke
Oldenburg
Wills Woche

AFD, BSW UND DIE WAHLEN Warum Ossis Parlamente und Politik aufmischen

Alexander Will