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Finanzausschuss in Jever Rot-Grün-Mehrheitsgruppe stimmt für Zweitwohnungssteuer

Dietmar Reck
Der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Jever besichtigte den Dachdeckerbetrieb des „Dachprofis Nöth“ in Jever.  Die Mitglieder informierten sich über die Inbetriebnahme des Neubaus einer zweiten Halle und ließen sich den 40 Meter hohen Kran zeigen, der für den Dachdeckerbetrieb ausgerüstet wurde.

Der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Jever besichtigte den Dachdeckerbetrieb des „Dachprofis Nöth“ in Jever. Die Mitglieder informierten sich über die Inbetriebnahme des Neubaus einer zweiten Halle und ließen sich den 40 Meter hohen Kran zeigen, der für den Dachdeckerbetrieb ausgerüstet wurde.

Dietmar Reck

Jever - In der Stadt Jever könnte es künftig eine Zweitwohnungssteuer geben. Dafür stimmte der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Liegenschaften in der jüngsten Sitzung am Montagabend im Graf-Anton-Günther-Saal mit den Stimmen der Rot-Grün-Mehrheit. Zu Beginn machte Kämmerin Inka Wüllner deutlich, dass die Verwaltung gemäß dem politischen Auftrag eine Satzung vorbereitet habe. Der Aufwand sei zu hoch, der Ertrag zu niedrig, so die Meinung der Ratsmitglieder Jürgen Ultsch (CDU) und Herbert Schützig (SWG), dem sich auch der nicht stimmberechtigte Hendrik Theemann (FDP) anschloss. Er verwies darauf, dass Zweitwohnungsbesitzer dafür ihre Grundsteuer zahlen.

Regeneration

Für SPD und Grüne ist der Sparzwang der Ursprung der Steuererhebung, erklärten dazu Sina Beckmann und Karl Oltmanns (beide Gründe) und Gertrud Bunjes (SPD). Sie nannten die Zweitwohnungssteuer „sachlich angemessen“, die Jürgen Ultsch als „Bürokratiemonster“ kritisierte. Sina Beckmann erhoffe sich von der Zweitwohnungssteuer eine Regeneration für zusätzlichen Wohnraum. Nach Schätzungen der Verwaltung werden im Jahr 2025 nach Abzug der Einrichtungskosten circa 10 000 Euro erwartet. In den Folgejahren erhoffe man sich bis zu 40 000 Euro, sodass ein Geldsegen aus der Steuer nicht zu erwarten sei. Die Anzahl der Steuerpflichtigen sei gegenüber anderer Kommunen mit bisher circa 60 gering. Anders sehe es in Varel aus, wo 900 Steuerpflichtige 400 000 Euro Jahreseinnahmen erbringen. „Wer sich eine Zweitwohnung leisten kann, der soll auch Zweitwohnungssteuer zahlen, schließlich profitieren sie auch von der Infrastruktur“, so der Tenor der Mehrheitsgruppe.

„Dachprofi“ besucht

Noch bevor der Finanzausschuss im Graf-Anton-Günther-Saal diskutierte, trafen sich die Mitglieder im Gewerbegebiet Am Hillernsen Hamm. Dort besuchten sie das Dachdeckerunternehmen „Der Dachprofi“, das im kommenden Jahr seit 80 Jahren besteht.

Gegründet am 17. Mai 1945 von Peter Nöth, bauten Nachfolgegenerationen das Familienunternehmen zu einem heute in der Region bekannten Betrieb aus. 2022 übernahmen Mareike und Sönke Nöth die Fortführung des Familienunternehmens von ihrem Vater, dem in Jever allseits bekannten Dachdeckermeister Jonny Nöth. Mit der Besichtigung wollen die Jeverschen Ratsmitglieder ihre Verbundenheit und das Interesse an Jeverschen Betriebe bekunden.

Zweite Halle in Betrieb

1997 siedelte das Dachdeckerunternehmen „Der Dachprofi“ aus der Danziger Straße in das Gewerbegebiet um. 20 Mitarbeiter, davon fünf Auszubildende, gehören zum Mitarbeiterstamm. Mareike und Sönke Nöth bedauern es, dass keiner der vier Praktikanten in das Berufsbild Dachdecker einsteigen wollte. Eine zweite Halle wurde Anfang des Jahres in Betrieb genommen, um den Anforderungen der Materialwirtschaft gerecht zu werden. Stolz präsentierten die Nöth’s ihr neuestes Arbeitsgerät, ein Autokran mit einem Ausleger von bis zu 40 Metern Höhe. Zum Befördern von Personen und Material bis zu 200 Kilogramm ist eine Arbeitshöhe von 32 Metern möglich. Dafür wurde an den Kranausleger ein Arbeits- und Lastenkorb angebaut.

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