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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Friesoythe

Vortrag: Brücke zu Kranken bauen

22.09.2016

Friesoythe Komisch, verrückt, krank, Zwangsjacke, Klapse. Dies sind nur einige Begriffe, die die mehr als 40 Interessierten am Dienstagabend im Kulturzentrum „Alte Wassermühle“ in Friesoythe auf kleine Zettel geschrieben haben. Angela Könnecke vom Kinderschutz-Zentrum Oldenburg hatte ihnen die Aufgabe gegeben, in Stichworten zu notieren, mit welchen Vorurteilen sie aufgewachsen sind, was psychische Erkrankungen angeht. Unsicher, hilflos, betroffen waren dann einige Antworten auf die Frage, wie sie sich fühlen, wenn sie psychisch Kranken begegnen.

Könnecke referierte auf Einladung des Präventionsrats Friesoythe um den Vorsitzenden Gerd Binder zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“. Zustande gekommen sei die Veranstaltung, so Binder, auf Wunsch von Marlies Looschen, Leiterin des Kindergartens St. Christophorus. So waren dann auch überwiegend Erzieherinnen in das Kulturzentrum gekommen, um sich zu informieren. Der Präventionsrat sei immer für Ideen für Informationsveranstaltungen für pädagogisches Fachpersonal offen.

Wie Könnecke ausführte, gebe es laut Statistik der Bundespsychotherapeutenkammer 1,5 Millionen Kinder psychische kranker Eltern, etwa 2,65 Millionen unter 18 Jahre mit alkoholkranken Eltern. Hinzu kämen 40 000 Kinder mir drogenabhängigen Eltern. Im Durchschnitt sei jedes 5,6. Kind von einer Suchterkrankung in der Familie betroffen.

„Jeder von uns kann einen Bandscheibenvorfall in seinem Leben bekommen, jeder von uns kann aber auch psychisch erkranken“, machte Könnecke deutlich. So seien es 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, die im Laufe eines Jahres psychisch erkrankten. Für deren Kinder bestehe eine zwei- bis fünffach erhöhte Wahrscheinlichkeit von Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Missbrauch betroffen zu sein. Zudem würde ein erhöhtes Risiko bei ihnen bestehen, später selbst betroffen zu sein.

Auswirkungen auf die Beziehungsgestaltung mit den Kindern könnten zum Beispiel sein: vermindertes Einfühlungsvermögen, Unberechenbarkeit und fehlende Verlässlichkeit im emotionalen Kontakt, Antriebsstörung, sozialer Abstieg. Folgen für die Kinder könnten unter anderem sein: Schuldgefühle, Isolierung, Betreuungsdefizit, Zusatzbelastungen, Abwertungserlebnisse.

Was diese Eltern und Kinder brauchen, gab Könnecke den Zuhörern mit auf den Weg. „Betroffenen fällt es oft sehr, sehr schwer, sich jemandem anzuvertrauen.“ Darum sei es wichtig, sensibel damit umzugehen, auf sie zuzugehen und eine Brücke zu bauen, so dass die Eltern sich anvertrauen können.

Tanja Mikulski Friesoythe / Redaktion Münsterland
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