Friesoythe - Schätzungen zufolge sollen bundesweit über 300 000 Menschen kein eigenes Dach über dem Kopf haben, verfügen also über keinen festen Wohnsitz. Tendenz steigend. An diese Personen und ihre jeweilige Situation soll an diesem Donnerstag am „Tag der Wohnungslosen“ erinnert werden. Anlass für die NWZ , sich mal in den vier Kommunen des Nordkreises umzuhören, ob sie Wohnungslosen in ihrer Not eine Bleibe bieten.

Die Stadt Friesoythe hält derzeit sechs Zimmer für Obdachlose vor – drei in einer Wohnung über dem Kindergarten in Altenoythe und drei in einer Wohnung über der Grundschule Gehlenberg. Eine dritte Wohnung, die sich über der alten Feuerwehr in Gehlenberg befindet, wird gegenwärtig von einer Asylbewerberfamilie genutzt, teilte Erster Stadtrat Dirk Vorlauf mit. Für das Feuerwehrhaus bestünden nach dem Neubau ohnehin andere Nutzungsüberlegungen für das bisherige Gebäude an der Feuerwehrstraße 4.

Sowohl in Altenoythe als auch in Gehlenberg wohnen derzeit jeweils zwei Obdachlose in den Unterkünften. Während die Zimmer in der Wohnung über dem Kindergarten mit Dusche und Toilette ausgestattet sind und es eine Gemeinschaftsküche gibt, müssen über der Grundschule Bad, Küche und Toilette gemeinschaftlich genutzt werden. Wie Vorlauf weiter mitteilte, werden die Zimmer besenrein und in der Regel unmöbliert übergeben. Der bislang Obdachlose richte sich mit seinen eigenen Sachen ein, bei Bedürftigkeit erhalte er aber Leistungen aus den Sozialsystemen.

Kein Unterschied zwischen Obdachlosen und Asylbewerbern macht die Gemeinde Bösel. Man verfüge über eigenen und angemieteten Wohnraum und bringe derzeit 27 Personen unter – Wohnungslose seien aber nicht dabei.

Die Gemeinde Saterland biete für Obdachlose ein Haus, in dem bei Bedarf sechs Wohnungen hergerichtet werden können, erklärt Christof Naber, Leiter des Fachbereiches Ordnung und Soziales. In jeder Wohnung sei Platz für bis zu vier Personen. Zurzeit seien drei Bewohner in dem Haus auf zwei Wohnungen verteilt. Naber ergänzt jedoch, dass die Gemeinde zunächst versuche, die Obdachlosen privat unterzubringen. Sollte dies scheitern, sei das Wohnhaus die letzte Anlaufstelle.

Die Gemeinde Barßel ist die einzige Kommune im Nordkreis, die nach eigenen Angaben keinen Wohnraum für Obdachlose vorhält.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen