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Kunst Die Brücke als Weg zum Licht

Friesoythe - Die Themenstellung, das war bei den vorbereitenden Diskussionen deutlich geworden, hatte es in sich: Für die sechste Ausstellung des Kunstkreises Friesoythe im Kulturkreis Bösel-Saterland-Friesoythe hatten sich die Künstlerinnen und Künstler das Thema „Brücke“ vorgenommen. Und was auf den ersten Blick fast banal erschien, bekam durch die Kooperation mit dem Hospizdienst der Malteser eine ganz besondere Bedeutung.

Aus dem Bauwerk, das Gewässer, Täler oder Schluchten überwindet, wurde so nämlich schnell das Sinnbild für den Übergang vom Diesseits ins Jenseits, vom Leben zum Tod. Ein düsteres Thema, möchte man meinen, doch in der Ausstellung, die am Freitag im Alten Schlachthaus eröffnet wurde, überwiegen am Ende die hellen, leichten Farben, oft verbunden mit dem Blick auf ein hoffnungsvoll scheinendes Licht.

Besondere Widmung

„Ich freue mich, dass die diesjährige Ausstellung dem Jubiläum des vor 15 Jahren gegründeten Hospizdienstes gewidmet ist“, betonte Thomas Cloppenburg, der Vorsitzende des Kulturkreises, bei seiner Begrüßung der rund 130 Gäste, die zur Vernissage gekommen waren.

Die Vorstellung einer ins Jenseits führenden Brücke sei, wie der Kunsthistoriker Dr. Martin Feltes bei seiner künstlerischen Einführung in die Ausstellung betonte, weltweit verbreitet. „Die Brücke ist ein interreligiöses und interkulturelles Symbol für die Verbindung des Diesseits mit dem Jenseits, des Endlichen mit dem Unendlichen, der sichtbaren mit der unsichtbaren Welt.“ Diese Thematik sei von den Mitgliedern des Kunstkreises in einer Vielzahl unterschiedlicher Techniken, Medien und künstlerischer Positionen aufbereitet worden.

Da ist beispielsweise die Keramik von Agnieszka Hayduk, in der die Künstlerin das Motiv des Bootes, das uns ins Jenseits trägt, mit der dorthin führenden Brücke kombiniert. Das Boot zeigt einen tiefen Spalt, der von einer menschlichen Figur überquert wird. „Übergang“, formulierte Feltes den Bezug zum Thema kurz und bündig.

Drei Neuzugänge

Linda Berssen, die erstmals in einer Ausstellung des Kunstkreises vertreten ist, greift das christliche Motiv der Auferstehung auf. Michaela Rumpke wiederum widmet sich in einem ihrer Werke ganz konkret der Arbeit des Hospizdienstes und seiner Aufgabe, sterbenden Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens die Hand zu halten. Und Laura Preuth, der dritte Neuzugang des Kunstkreises Friesoythe, hat sich einen besonderen Aspekt des Brückenmotivs vorgenommen: die Brücke als besonderer, manchmal heiliger Ort, der bewacht werden muss. „Ohne den Tod zu bagatellisieren“, so formulierte es Feltes am Ende seiner Einführung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. September dienstags bis freitags von 18 bis 20 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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