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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Friesoythe

Worte aus der Krankenhausseele

12.08.2017

Friesoythe Patientenakten, Dokumentation am PC, Entlassungsformalitäten – Dinge, mit denen sich die ersten Krankenschwestern des St. Marien-Hospitals in Friesoythe kurz nach der Eröffnung 1867 noch nicht beschäftigen mussten. „Heute beschäftigt man sich als Krankenschwester in der Hälfte der Zeit gar nicht mehr mit dem Patienten – die Dokumentation und die Formalitäten haben eine enorme Dimension erreicht, die uns auch in unserer Freizeit beschäftigt“, sagte Ruth Ernst von der Mitarbeitervertretung des Krankenhauses unter großem Applaus. Sie saß mit zwei ihrer Kolleginnen am Freitagnachmittag auf einem ganz besonderem Podium. Mit einer lebhaften Diskussion ist die 150-Jahr-Feier des Friesoyther Krankenhauses in dem extra aufgebauten Festzelt gestartet.

Allein mussten die drei Pflegekräfte nicht in die Gesichter der rund 300 geladene Gäste schauen. Mit ihnen auf dem Podium waren Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD), Dechant Michael Borth, Dr. Ralf Weise (Ärztlicher Direktor), Georg Litmathe (Kuratorium), die Ethik-Experten Prof. Dr. Erny Gillen und Dr. Thomas Günther sowie Geschäftsführer Bernd Wessels. Unter dem Motto „Christliches Krankenhaus – eine Formel für die Zukunft!?“ wurde munter diskutiert. „Auf Frontalvorträge wollten wir mal verzichten“, sagte Wessels zu Beginn und konnte als Moderatoren der Diskussion NWZ-Redaktionsleiter Carsten Bickschlag und Julius Höffmann, MT-Chefredakteur, gewinnen.

„Es gab viele Turbulenzen für das Krankenhaus in den letzten Jahrzehnten, doch die christlichen Werte blieben bestehen“, sagte Dechant Michael Borth.

Vor einer Mammutaufgabe stand vor fast zehn Jahren Bernd Wessels. Als er das Krankenhaus übernahm, musste viel getan werden. Doch warum übernahm er das Amt überhaupt, fragten die Moderatoren. „Neugier war es. Ich war neugierig was, mich in Friesoythe erwartet und kann jetzt sicherlich sagen, dass mir das Risiko und die Verantwortung damals noch nicht bewusst waren“, sagte Wessels mit einem Schmunzeln. Bewusst geworden ist ihm auch ein großer Wahrnehmungsunterschied. „In der Öffentlichkeit herrscht ein ganz anderes Bild vom Krankenhaus. Nur unsere tollen Mitarbeiter wissen wirklich, was sie jeden einzelnen Tag für grandiose Arbeit leisten“, so Wessels weiter.

Doch ein Krankenhaus muss sich auch rentieren. Wichtigstes Kriterium dafür ist eine dementsprechende Politik – das Mikrofon ging passenderweise weiter an Cornelia Rundt. „Es war ein riesengroßer Fehler, dass wir den Markt für Krankenhäuser geöffnet haben“, sagt Rundt und betont damit auch die schlechte Bezahlung von Pflegekräften. „Niedersachsen ist das Schlusslicht, wenn es um die Vergütung geht. Das müssen wir dringend ändern“, fügte die Ministerin hinzu.

Das sah auch der Ärztliche Direktor Dr. Weise, der erst kürzlich als Top-Arzt ausgezeichnet wurde, so. „Ich arbeite gerne in einem kleinen Krankenhaus. Den Konkurrenzkampf, der in den letzten Jahren unter den Einrichtungen entstanden ist, halte ich für völligen Blödsinn“, so Weise.

Diskutiert wurde auch darüber, was ein Krankenhaus christlich macht. Hier präsentierten Günther und Gillen Ansätze, wie Ethik und Moral gesteigert werden können.

Zwischen den Diskussionsrunden sorgte die Kirchenband der St. Mariengemeinde für willkommene Abwechslung.


Ein Video sehen Sie unter   www.nwzonline/videos 
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Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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