FRIESOYTHE - Es ist kurz nach 7.30 Uhr am Montagmorgen, als Mirja Vössing die erste Kurzmitteilung ihrer Tochter Christin aufs Handy bekommt: „Stecken fest“, stand da nur kurz geschrieben. Es folgen „Kommen den Berg nicht hoch“ und „Hilfe, wir rutschen“.

Christin (14) ist zu diesem Zeitpunkt zusammen mit ihren Mitschülern der Klassen 9a und 9e des Albertus-Magnus-Gymnasiums Friesoythe auf dem Weg ins Skigebiet Grasgehren im Allgäu. „Natürlich habe ich mir Sorgen gemacht“, erzählt Mirja Vössing: „Ich bin wie verrückt in der Wohnung herumgelaufen.“ Anrufen konnte sie ihre Tochter nicht: Kein Empfang. Erst mittags kam die erlösende Nachricht, dass nichts Schlimmes passiert ist.

Laut Auskunft eines Sprechers der Polizeiinspektion Oberstdorf sei der Bus mit den 55 Schülern und fünf Lehrern an Bord und angehängtem Hänger trotz aufgezogener Schneeketten auf der Riedbergpassstraße zum Stehen gekommen. „Dann wurde der Anhänger abgehängt und beim Anfahren des Busses gingen dann die Ketten kaputt“, so der Polizeibeamte. „Die Ketten sind gerissen“, lautet der SMS-Text, der bei Mirja Vössing auf dem Handy aufläuft. Der Busfahrer wollte daraufhin nach den Schneeketten schauen, als der Bus ins Rutschen kam, gegen den abgestellten Hänger prallte und an einer angrenzenden Böschung zum Stehen kam. „Es gab aber keine wirkliche Gefährdung der Schüler“, so die Auskunft des Polizeisprechers. Auch dem Busfahrer könne kein Vorwurf gemacht werden: „Gegen ihn gibt es keinen Tatvorwurf. Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände.“ Zu Fuß machten sich Lehrer und Schüler schließlich auf den Weg die Passstraße hinauf zu einem Parkplatz, wo sie auf Anraten der Polizei auf einen anderen Bus warteten. Mit dem wurden die Schüler dann zu ihrer Skihütte gefahren, das Gepäck wurde nachgebracht. „Ich mache keinem einen Vorwurf. Ich bin nur froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“

Auch AMG-Schulleiter Reinhard Woltermann ist durch seine mitreisenden Kollegen von dem Vorfall berichtet worden. „Gott sei Dank ist nichts passiert“, sagt Woltermann. Zudem kann auch er Entwarnung geben. Aus Telefonaten mit den betreuenden Lehrern weiß er, dass inzwischen wieder „alles bestens“ sei. „Schüler und Lehrer sind alle fröhlich auf der Piste.“