FRIESOYTHE - FRIESOYTHE/KR - „Das Land braucht Besinnung auf die alten Werte. Dies wird von Zukunftsforschern, Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kirche gefordert“, sagte Schulleiter Dr. Georg Pancratz bei der Verabschiedung der Abiturientia 2005 des Wirtschaftsgymnasiums der BBS Friesoythe. Er zitierte den ZDF-Journalisten Peter Hahne, der in einem Buch „Schluss mit lustig“ schrieb: „Geldgier und Spaßsucht haben unsere Gesellschaft in eine Sackgasse geführt. Die Menschen spüren, irgendetwas läuft nicht richtig . . .“.
Beispielhaft buchstabierte Pancratz, wofür Abitur stehe: A: Anstrengungsbereitschaft und Arbeit. Das Abiturzeugnis sei eine große Chance, aber man müsse hart weiterarbeiten, dann könne es das Sprungbrett zum Erfolg sein. B: Begrenzung. Hier verurteilte Pancratz die Gewinnsucht von Unternehmen ohne Rücksicht auf die Menschen, die jährlichen Abtreibungszahlen in Höhe einer Großstadt sowie die Geschmacklosigkeiten mit den die Menschen täglich durch die Medien konfrontiert werden; da sei weniger mehr.
I: Initiative. Der Schulleiter forderte die Abiturienten auf, in Kirche, Politik und Vereinen aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen, Hoffnungsträger und Mutmacher zu sein und Visionen zu haben.
T: Toleranz. Tolerant wolle jeder sein, und dies sei wichtig für jedes Zusammenleben, aber dabei dürfe der eigene Standpunkt, die eigene Geschichte und Herkunft nicht aufgegeben werden. Toleranz dürfe nicht zur Beliebigkeit werden, aber müsse zum Widerstand führen, wo die Würde des Menschen angetastet werde. U: Unbeirrbarkeit. Man solle sich nicht von Meldungen aller Art irritieren lassen, sondern immer alles hinterfragen: Ist es wahr? Ist es fair? Ist es hilfreich? R: Respekt und Achtung seien für alle beteiligten wohltuend und machten das Leben schön, so interpretiert Pancratz den Abiturienten ihr Reifezeugnis und forderte sie auf, gemeinsamen Grundüberzeugungen verpflichtet zu sein und nach Immanuel Kant zu agieren: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“
Saterlands Bürgermeister Hubert Frye gratulierte den Abiturienten im Namen der Gemeinden des Nordkreises und betonte, dass sich 13 Jahre lernen gelohnt hätten. Für die Abiturienten dankten als „Triumvirat“ Tobias Pancratz, Daniel Arends und David Schmidt. Sie betonten unisono,
dass keiner wisse wohin die Fahrt des Lebens gehe; die Zukunft halte jeder selbst für sich in der Hand, aber was sie bringe wisse keiner. Das Wichtigste sei aber, den Eltern, Lehrern und Bediensteten der Schule, die alle immer geholfen und unterstützt hätten, Dank zu sagen.
Als beste Schülerin wurde Karin Olliges mit einem Notendurchschnitt von 1,4 mit einem Buchpreis ausgezeichnet.
Für die besten Leistungen in Deutsch, Mathematik, Englisch, Betriebswirtschaft sowie für soziales Engagement erhielten Tobias Pancratz, Rüdiger Brauer, David Schmidt, Cathrin Witten und Jan Olliges je einen Buchpreis.
