Friesoythe - Singen macht Spaß – davon muss man die neun Mädchen und elf Jungen der Klasse 1a der Ludgeri-Schule Friesoythe nicht überzeugen. Neben Rechnen, Schreiben und Lesen gehört zum Stundenplan der Erstklässler auch „Singen“, denn die Kinder gehören voller Stolz zur ersten Chorklasse ihrer Schule. Und das freiwillig – aus Begeisterung an der Musik und dem Wunsch der Eltern, ihren Kindern eine musikalische Bildung mit auf den Weg zu geben.

Ins Leben gerufen hat das Projekt „Chorklasse“ Schulleiterin Anita kleine Schlarmann gemeinsam mit der Fachkonferenzleiterin Ina Kirchberg und Lehrerin Annette Niemann, die für den Unterricht über zwei Jahre eine mehrteilige Fortbildung absolviert und mit einer Zertifikatsprüfung abgeschlossen hat.

Kleine Schlarmann freut sich über die Umsetzung des Projektes bereits in diesem Schuljahr. „Mit der Chorklasse gelingt es uns, das musikalische Profil unserer Schule zu schärfen.“ Wie in jedem anderen Chor auch wird in der Chorklasse nicht einfach drauflosgesungen.

„Die Kinder erhalten in den ersten beiden Schuljahren pro Woche zwei Stunden statt einer Stunde Musikunterricht. „Dabei werden die musikalischen Inhalte vorwiegend über das Singen, aber auch durch Bewegung und den Einsatz von Instrumenten vermittelt, erklärt Niemann. „Und ganz nebenbei erlernen die Kinder eine eigene Sprache, die Solmisation, bei der die Tonstufen einer Tonleiter auf bestimmte Silben gesungen werden“, so Niemann.

Der „Preis“, den die Kinder zahlen müssen, ist eine Stunde mehr Unterricht pro Woche. „Den Aufwand nehmen sie gerne in Kauf“, kann Niemann nach nur wenigen Wochen Unterricht feststellen. „Sie sind bis zum Beginn der Stunde meist schon ganz aufgeregt. „Außerdem finden die Kinder es toll, dass wir fächerübergreifend Gesang einsetzen, zum Beispiel im Mathematikunterricht ein Lied über die Zahlen singen.“

Neben der Stimmausbildung liegen für Kirchberg noch weitere Vorteile des Unterrichts klar auf der Hand. „Die Kinder lernen, aufeinander zu hören und sich einzufügen. Ihr Selbstbewusstsein wird durch ihr sängerisches Können gestärkt, gleichzeitig fühlen sie sich der Klasse besonders zugehörig“, sagt Kirchberg, die überzeugt und angetrieben von dem Projekt nun auch die Ausbildung zur Chorklassenleiterin absolviert.

Denn: „Es ist für Musikpädagogen etwas Wunderbares, viele Kinder für Musik zu begeistern und schon ganz früh musikalische Grundsteine legen zu können.“