FRIESOYTHE/BöSEL/SATERLAND/BARßEL - Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann möchte mit einem Projekt namens „Freiwilliger Ordnungs- und Streifendienst (FOSD)“ für mehr Sicherheit in deutschen Städten und Gemeinden sorgen. Vor zwei Jahren rief er den FOSD – eine Bürgerstreife, bei der ehrenamtliche Bürger in Uniform Präsenz auf den Straßen zeigen – ins Leben. In acht Gemeinden Niedersachsens wurde das Projekt getestet, unter anderem auch in Goldenstedt (Kreis Vechta). Jetzt sollen weitere Gemeinden und Städte folgen.
Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg hat dazu eine zweigeteilte Meinung: „Zum einen finde ich es gut, wenn Bürger Engagement und Zivilcourage zeigen. Allerdings darf man die Bürgerstreife nicht als Polizeiersatz sehen.“ Vielmehr wünscht er sich, dass die Polizei personell verstärkt wird. „Gerade an den Wochenenden, wenn sich Friesoythe und Barßel abwechselnd den Wochenenddienst teilen, kann es schon mal etwas länger dauern“, weiß Wimberg.
Hermann Block, Bürgermeister in Bösel, hält eine Bürgerstreife für nicht notwendig. „Das wäre für Bösel zu hoch gehängt.“ Und: „Findet man überhaupt Freiwillige, die nachts im Dorf Streife laufen, auch im Winter?“, fragt sich Block. Ein weiteres Problem vermutet Block auch in der fehlenden Ausbildung einer Bürgerstreife. „Wichtiger ist gute Präventionsarbeit mit Jugendlichen“, so der Bürgermeister.
Im Saterland hat man sich mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt. Eines stellte Bürgermeister Hubert Frye allerdings fest: „Die Polizeiarbeit wird eine Bürgerstreife bestimmt nicht ersetzen“. Auch im Saterland setze man auf die Präventionsarbeit. Fryes Amtskollege aus Barßel, Bernd Schulte, sagt: „Ich halte es für Barßel nicht notwendig.“ Schulte ist – genau wie seine Kollegen aus Friesoythe, Bösel und dem Saterland – auch dafür, stattdessen die Polizeipräsenz zu verstärken.
Heinz Niemann, Leiter des Polizeikommissariats Friesoythe, hat nichts gegen die Bürgerstreife. „Das kann für mehr Sicherheit sorgen“, sagt Niemann. Es gebe aber auch Probleme. „Sind die Menschen geeignet für den Job? Manche nehmen diese Arbeit vielleicht auch zu ernst.“
Willibald Meyer ist der Bürgermeister von Goldenstedt, wo seit zwei Jahren die Bürgerstreife patroulliert. „Es ist etwas besser geworden. Die Männer suchen das Gespräch mit Jugendlichen. Natürlich können nicht alle Probleme so aus der Welt geschafft werden, aber es ist ein Anfang“, so Meyer.
