• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Friesoythe

Deponie In Friesoythe: Müll aus den 1960er Jahren

09.10.2019

Friesoythe Kubikmeter für Kubikmeter wird vorsichtig abgetragen. Jeder Arbeitsschritt des Baggerfahrers wird sorgsam überwacht. Von einem Mitarbeiter eines Kampfmittelräumdienstes. Mit gutem Grund. Schließlich könnte irgendwo auf dem weitläufigen Gelände eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg vergraben liegen.

Vor wenigen Tagen ist mit der Sanierung der Burgwiese in Friesoythe begonnen worden. Auf dem Areal an der Thüler Straße, auch bekannt als Soesteplatz, gab es damals eine öffentliche Müllhalde. Genauer gesagt zwischen 1962 und 1968. Das war zu der Zeit nichts Ungewöhnliches. Es wurden Kuhlen gegraben, der Müll kam dort rein, die Kuhle wurde wieder zugeschüttet. Fertig. Das Problem: Der ganze Unrat liegt dort bis heute. Man muss nicht tief buddeln, um auf Unrat zu stoßen. Eine Untersuchung ergab: Unter einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern befinden sich geschätzte 3200 Tonnen Müll aus den 1960er Jahren.

Dieser Müll wird jetzt fachmännisch entsorgt. Und warum schaut dabei ein Mitarbeiter eines Kampfmittelräumdienstes ganz genau hin? Als feststand, dass die Burgwiese saniert werden sollte, gab es einen Hinweis eines Zeitzeugens. Er berichtete, dass er damals eine Bombe zu dieser Müllhalde brachte. Diese sei bei Straßenarbeiten in der Innenstadt zum Vorschein gekommen und sei auf der Burgwiese kurzerhand entsorgt worden. Dieser Hinweis aus dem Jahr 2017 wird sehr ernst genommen.

Somit wird nicht nur der Müll entsorgt, sondern es wird gleichzeitig auch nach einer möglichen Bombe gesucht. Das kostet natürlich Zeit. „Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass wir die Sanierung Mitte November abschließen können“, sagte Helmut Meiners von MvK Ingenieurbüro für Bauwesen aus Wiesmoor. Er ist für die Planung der Burgwiesen-Sanierung zuständig und stellte am Dienstag die Maßnahme vor.

Der kontaminierte Aushub wird zur Entsorgung nach Ganderkesee gebracht. Dort betreibt die Firma Zech Umwelt, die den Auftrag zur Sanierung erhalten hat, eine Bodenreinigungsanlage. Grundwasser, dass sich in den Aushublöchern bildet, wird abgepumpt, vor Ort gereinigt und anschließend in die Schmutzwasserkanalisation geleitet. Da die Soeste den Wasserandrang während der Aushubarbeiten zusätzlich erhöhen würde, sagt Meiners, wurde eine 70 Meter lange und sechs Meter tiefe Spundwand entlang des Flusses gezogen. Die Baugrube wird später mit Füllsand verdichtet.

Damit bei der Sanierung alles seine Richtigkeit hat, ist der unabhängige Sachverständige Dr. Christoph Erpenbeck regelmäßig vor Ort. Hausmüll, Glas, Textilien, Asche, Leder, Kunststoffe, Sperrmüll, Bauschutt und Aushub im Zuge des Baus der B 72 seien im Erdreich zu erwarten. Langfristige Untersuchungen hätten ergeben, dass die Belastungen nie so groß gewesen seien, dass Handlungsbedarf bestünde – solange man die Fläche hätte brach liegen lassen.

Doch das ist bekanntlich nicht vorgesehen. Im vorderen Teil an der Thüler Straße soll eine neue Kindertagesstätte gebaut werden. Derzeit bereite man die Ausschreibungen vor und man befinde sich noch in Abstimmung mit dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreises, sagte Bürgermeister Sven Stratmann.

Der hintere Teil des „Problemfeldes“, wie der Bürgermeister die Burgwiese bezeichnet, soll zu einem multifunktionalen Platz umgebaut werden, nach dem Motto „Sport und Bewegung an der Soeste“. So könne zum Beispiel die Kita die Fläche später nutzen, so Stratmann. Auch das Reitturnier des Reit- und Fahrvereins Friesoythe könne dort weiterhin einen Platz finden. Vorstellbar sei auch eine Naturtribüne und Musikveranstaltungen. Für ein genaues Konzept soll es schon bald ein Treffen mit Vereinen geben.

Ganz billig ist die Sanierung übrigens nicht. Rund 580 000 Euro werden die Arbeiten kosten. 344 500 Euro sind als Fördermittel bewilligt, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Niedersachsen kommen. Den Rest von 235 500 Euro zahlt die Stadt Friesoythe.

Carsten Bickschlag Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
Rufen Sie mich an:
04491 9988 2900
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.