FRIESOYTHE - Das Wasserskifahren auf dem Barßeler Tief sorgt weiterhin für erhitzte Gemüter. Nun bezog auch Manfred Meinsen mit einem Brief gegenüber der NWZ Stellung. Er ist der Cloppenburger Kreisgruppenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und nahm den Artikel „Zuschauer klatschen Beifall“ (NWZ vom 15. August) zum Anlass für seine Stellungnahme.
Meinsen ist der Ansicht, dass das Naturerlebnis, von dem der Wasserski-Fahrer Kai Müller im Zusammenhang mit seinem Sport berichtete, eine „Anmaßung“ sei. „Wie kann jemand, der angeblich das Naturerlebnis schätzt, so ahnungslos sein“, schreibt Meinsen. Natur bestehe nicht nur aus Anglern und Ausflugsbooten. Gerade im Barßeler Bereich gebe es in Flusswatten und Röhriggebieten eine große Vielfalt an schützenswerten „Pflanzen- und Tiergesellschaften“, die durch Motorenlärm und Wellenschlag „mit Sicherheit gestört und beschädigt“ werde.
Die Flusswatt-Röhrichtbereiche gehörten nach dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz zu den „besonders schützenswerten Biotopen“. „Wenn Ausflugsboote gelegentlich auch Schäden verursachen, mag dies noch hinzunehmen sein“, erklärt Meinsen. Dies gelte jedoch nicht für die „Fans PS-starker Motorboote“, die kein geeignetes
Übungsrevier in der Nähe fänden. Meinsen rät den Wasserskifahrern hierbei zu einem „Wechsel des Sportgeräts“. „Extremkletterer aus unserer Gegend habe ich auch noch nie an unseren Kirchtürmen klettern gesehen, obwohl es an Übungsmöglichkeiten fehlt“, fügt Meinsen an.
Neben den Wasserskifahrern selbst geht Meinsen in seiner Stellungnahme auch auf die Verantwortlichen auf Regierungsseite ein. Meinsen kritisiert vor allem, dass es den „föderal bürokratisch organisierten Behörden“ bis heute nicht gelungen sei, „außerhalb der Bundeswasserstraßen allgemein gültige Verkehrsregelungen zu treffen, wie sie an Land und in der Luft selbstverständlich sind“. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass unser niedersächsischer Umweltminister den gesammelten Sachverstand im Naturschutz aus den Bezirksregierungen in das NLWKN verlagert hat, damit er dort bürokratisch versauert.“
