FRIESOYTHE - „Ich hatte gerade eine Freistunde, als die Bilder vom Beben über den Fernsehschirm liefen und ich fragte mich bloß: Was ist da bloß los?“ Auch nach Tagen lässt den 17-jährigen Alexander Budde, Oberstufenschüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Friesoythe, die Berichterstattung über das Horror-Beben in Asien nicht los.
Auch in seinem Erdkunde-Leistungskurs hat das Thema Japan derzeit die anderen Themen in den Hintergrund treten lassen. „Wir haben uns noch mal mit der Entstehung von Erdbeben sowie dem Aufbau und der Funktionsweise von Atomkraftwerken beschäftigt“, berichtet Erdkundelehrer Hartmud Liebig. Wie Alexander Budde fragen sich auch viele seiner Mitschüler: Wie soll Japan die Katastrophe und seine Folgen bewältigen?
Hilfe für Japan
„Ich sorge mich vor allem um die Atomkraftwerke in Japan. Was passiert, wenn eine radioaktive Wolke entsteht, die die Welt und auch uns bedroht“, sagt René Stratmann. Als Erdkundler wundert er sich, wie auch seine Mitschüler vom Leistungskurs der 11. Jahrgangsstufe des AMG, dass die Japaner in einem von erdbebenbedrohten Gebiet Atomkraftwerke errichten konnten, ohne sich der Gefahren bewusst zu sein. „Nichtsdestotrotz sollten wir den Japanern unsere Hilfe anbieten“, sagt der 17-Jährige.
Marvin Meyer (17) fürchtet ein 2. Tschernobyl, das sich bei der Kernschmelze der Reaktoren in den Kraftwerken in Japan entwickeln könnte und das Leben in der Region lahmlegen würde.
Machtlos gegenüber Natur
Geht es nach seinem Mitschüler Alexander Budde, dann sollte man weltweit alle Atomkraftwerke vom Netzt nehmen. „54 AKWs in Japan sind einfach zu viel“, so der Gymnasiast. Anica Deekens Mitgefühl und Solidarität gilt jetzt der japanischen Bevölkerung. „Irgendwie gehen mir die Geschehnisse in Japan viel stärker unter die Haut als bei dem Tsunami in Thailand, weil sie zeigen, wie machtlos auch ein hoch entwickeltes Land wie Japan gegenüber den Naturgewalten ist“, sagt die 17-jährige Schülerin.
Für den CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley stellt sich vor dem Hintergrund der Reaktorkatastrophe in Japan auch die Diskussion um die Verlängerung der Atomlaufzeiten in Deutschland. „Ich denke, wir sollten jetzt alle Atomkraftwerke einer unabhängigen Prüfung unterziehen und gegebenenfalls die Laufzeitverlängerung wieder rückgängig machen“, so Bley.
Für SPD-Landtagskollegin Renate Geuter kommt jetzt nur ein Weg als Konsequenz in Betracht: „Kanzlerin Angela Merkel muss die Verträge über Laufzeitverlängerung der AKW in Deutschland mit den Energiemanagern wieder aufkündigen.“
