FRIESOYTHE - Weihnachten rückt näher. Viele Eltern überlegen sicher händeringend, mit was sie ihre lieben Kleinen an Heiligabend überraschen können. Kinder haben heutzutage Spielsachen im Überfluss. Da mag einigen Eltern schon der Gedanke gekommen sein, ob nicht ein Haustier das richtige Geschenk wäre. Schließlich fördert der Umgang mit Tieren das Sozialverhalten und die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen. Gerade, wenn der Nachwuchs den Wunsch nach einem tierischen Kameraden schon häufiger geäußert hat, lassen sich Eltern dann gerade zu Weihnachten endlich erweichen.
Bei den Mitarbeitern des Tierheims Sedelsberg schrillen bei diesen Wünschen die Alarmglocken. Zu Weihnachten gibt es bei uns diese Anfragen. Am liebsten würden manche Leute einfach ein Tier bestellen und es an Heiligabend mit einer Schleife drapiert abholen, sagte sich Tierheimangestellte Sigrid Kleen. Sie stellt klar, dass das Tierheim gerade vor Weihnachten einen Vermittlungsstop verhängt. Wir vermitteln keine Weihnachtsgeschenke. Tiere sind gerade als Überraschung absolut ungeeignet.
Der gleichen Ansicht ist auch Zoofachhändler Anton Warnken aus Friesoythe. Er sagt: Die größte Katastrophe ist ein Kaninchen oder Hamster zu Weihnachten. Für die Tiere ist es über die Feiertage viel zu stressig. Und gerade nachtaktive Hamster sind für Kinder ungeeignet. Warnken und seinen Mitarbeitern ist es daher wichtig, Kunden vor dem Kauf eines Tieres eingehend zu beraten. Man muss den Leuten klar machen, dass ein Tier viel Verantwortung bedeutet. Junge Tiere werden groß und auch Kleintiere können alt werden.
Vor der Anschaffung eines Haustieres sollte sich also die ganze Familie über die Verantwortung im Klaren sein. Wenn wir Tiere vermitteln, wollen wir sicher gehen, dass die ganze Familie voll hinter der Anschaffung steht. Wenn es unbedingt ein Geschenk sein soll, kann man auch einen Gutschein verschenken, so Sigrid Kleen.
Leider beherzigen diese Tipps nicht alle Schenker. So werden im Tierheim auch nach diesen Feiertagen wieder Tiere erwartet, die als Geschenk nicht angenommen wurden. Hans-Dieter Michalik, erster Vorsitzender des Tierschutzvereins, rät: Gegen Tiere als Geschenk ist dann nichts einzuwenden, wenn man sich der Konsequenzen bewusst ist. Und man muss Geduld mit ihnen haben.
