Friesoythe - 1930 – 1951 – 1994: Dreimal erlebte die St.-Marien-Gemeinde Friesoythe im 20. Jahrhundert eine Orgelweihe in ihrer Pfarrkirche. Die letzte war vor 25 Jahren. Am 23. Oktober 1994, um 10.30 Uhr, wurde das neue Instrument von der Orgelbauwerkstatt Siegfried Sauer aus Höxter durch den damaligen Offizial, Weihbischof Dr. Max Georg Freiherr von Twickel, eingeweiht.
Die Pfarrgemeinde erinnert nun an dieses Jubiläum. Nach über anderthalb Jahren ohne den Klang einer großen Orgel wurde das damals 790 000 D-Mark teure Instrument in einem Pontifikalamt seiner Bestimmung übergeben. Der Kirchenchor sang unter der Leitung des damaligen hauptamtlichen Kirchenmusikers Christian Kollenbach die Kassiansmesse von Karl Norbert Schmid; zum ersten Mal öffentlich erklang das Instrument mit der Introduktion d-Moll von Max Reger, gespielt von Heinrich Deboi, der auch weitere Orgelwerke von Johann Pachelbel, Johann Sebastian Bach und Léon Boëllmann zu Gehör brachte. Die 46 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal, wurden vom damaligen Orgelsachverständigen Werner Haselier disponiert, der auch am Abend des Weihetages ein Orgelkonzert auf dem neuen Instrument gab.
Zu den Besonderheiten der Orgel zählen der Spieltisch in der Bauweise des französischen Orgelbaumeisters Aristide Cavaillé-Coll, eine Registerwalze sowie das Glockenspiel aus Schalenglocken. Orgelbauer Johannes Falke führte in mühevoller Detailarbeit in Absprache mit Werner Haselier und Heinrich Deboi die Intonation der Orgel durch.
