FRIESOYTHE/SEDELSBERG - Gegen den Bau einer Hähnchenmistverstromungsanlage („Blauer Turm“) auf dem Areal des C-Ports am Küstenkanal hat sich jetzt auch die Kreisgruppe Cloppenburg des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) ausgesprochen.

BUND-Sprecher Manfred Meinsen aus Altenoythe sagte, es sei zu befürchten, dass die Großanlage am Kanal eine Sogwirkung auf die Landwirtschaft ausüben werde und die Massentierhaltung in der Region weiter voranschreiten dürfte. Private Geldgeber wollen – wie berichtet – rund 50 Millionen Euro in den Bau der Hähnenmistverstromungsanlage stecken. Vorgesehen ist der Bau eines hochmodernen Industriekomplexes, in dem aus Hähnchenmist aus den Ställen der Region Strom durch Vergasung gewonnen werden soll. Vorgesehen ist die Verarbeitung von 90 000 Tonnen Hähnchenmist jährlich.

Nach Ansicht von Manfred Meinsen hat die „flächenunabhängige Hähnchenmastindustrie“ im Gehlenberger Raum ein Ausmaß erreicht, das die Lebensqualität aller Dorfbewohner empfindlich schädige. Eine Ausweitung sei nicht hinnehmbar.

Das Futter für die Mastanlagen müsse aus immer größeren Entfernungen herangefahren werden und verringere die Energieeinsparung durch vermiedene Misttransporte. Selbst wenn in der Anlage die mineralischen Düngestoffe wiedergewonnen werden könnten, würden mit jeder Tonne Hähnchenmist rund 30 Kilogramm Stickstoffdünger verbrannt.

BUND-Sprecher Meinsen: „Eine große Anlage zur Stromgewinnung in einem Hafengelände zu planen, wo kein Abnehmer für die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme vorhanden ist, sollte sich unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz in der aktuellen Situation eigentlich von selbst verbieten.“