FRIESOYTHE - Bei Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff haben Norbert Bögershausen und Iris Schulze gleich offene Ohren gefunden. Schriftlich hatten die Vertreter des „Sozialen Briefkastens“ bei der Staatskanzlei in Hannover angefragt, ob der Landesvater am 13. September anlässlich seines Auftrittes beim Festakt zum Stadtjubiläum ein wenig Zeit erübrigen könne, um ihre Einrichtung zu besuchen. Die Zusage von Christian Wulff kam prompt.

Norbert Bögershausen, Vorsitzender des „Sozialdienstes katholischer Männer“, der Träger des Sozialen Briefkastens ist: „Das ist für uns eine ganz wunderbare Nachricht.“ Inzwischen haben Bögershausen und Iris Schulze sich auf die Visite des Regierungschefs vorbereitet. Sie wollen Christian Wulff nicht nur ihre Einrichtung zeigen, in der junge Menschen in der Jugendwerkstatt beschäftigt werden, die auf dem freien Arbeitsmarkt sonst nur schwer eine Arbeitsstelle finden. Sie haben vielmehr ein ganz konkretes Anliegen, für das sie den Kabinettschef um Unterstützung bitten wollen: Bislang gesteht das Land Niedersachsen den Jugendlichen eine sechsmonatige Beschäftigung in der Jugendwerkstatt zu. Weil diese Zeit jedoch nach Ansicht von Bögershausen nicht ausreicht, um die jungen Leute genügend für den Arbeitsmarkt vorzubereiten, wünscht sich der „Soziale Briefkasten“ eine Verlängerung der Verweildauer auf ein Jahr. Bögershausen: „Sonst sind die schulischen Defizite nicht auszugleichen.“

Außerdem möchten Bögershausen und Schulze Wulff um weitere Unterstützung für zusätzliches Personal bitten. So werden dringend eine weitere Lehrkraft und eine Psychologin benötigt. Außerdem reiche der jährliche Sachkostenzuschuss des Landes nicht aus.

Der „Soziale Briefkasten“ wurde 1985 in Friesoythe gegründet. Er ist seit einigen Jahren am Grünen Hof in ehemaligen Räumen des Schlachthofes Wimberg untergebracht. Dort befinden sich neben einer Hauswirtschaft die Kleiderkammer, eine Tischlerei und ein Möbelkaufhaus, in dem sich Bedürftige eindecken können.

Bislang durchliefen rund 1000 Jugendliche die Einrichtung. Etwa 75 Prozent der Personen wurden in feste Jobs vermittelt. Ständig werden 16 Jugendliche von zehn Mitarbeitern betreut. Außerdem werden in der Tischlerei Jugendliche zu Tischlern ausgebildet.