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Thai Care Trinkwasser ist das schönste Geschenk

FRIESOYTHE - Der Wasserfilter sieht einfach nur aus wie ein weißer Kasten. Im Inneren befinden sich verschiedene Sandschichten. Oben wird verschmutztes Wasser eingefüllt, unten kommt sauberes Trinkwasser heraus – das Prinzip des Biosandfilters ist denkbar einfach. 70 Euro kostet so ein Modell. Es beschert einer Familie in Thailand über einen Zeitraum von 15 Jahren Trinkwasser – manchmal kann Anne Rieken gar nicht fassen, wie einfach Hilfe sein kann.

1000 Wasserfilter in 2011: So viele Wasserfilter wollte die Friesoytherin mit ihrer Hilfsorganisation Thai Care im ablaufende Jahr in Thailand in der Provinz Chiang Mai bei armen Familien aufstellen. Ein hochgestecktes Ziel, das nicht ganz erreicht werden konnte. „;Wir sind jetzt etwa bei 700 Wasserfiltern“;, erzählt sie zufrieden: „;Das ist eine vergleichsweise kleine Spende mit einem riesigen Effekt.“;

Anne Rieken zeigt Fotos aus Thailand: Darauf sind kleine Kinder zu sehen, die sich an so einen Wasserfilter lehnen, und eine alte Frau, die glücklich in die Kamera lacht. Im vergangenen Sommer war die Friesoytherin wieder in Thailand, um die verschiedenen Hilfsprojekt, die Thai Care betreut, zu besuchen.

Ein neues Projekt sei der Aufbau einer Kaffeeplantage in Mae Hae. Das Dorf des Bergvolks, der Karen, ist etwa 170 Kilometer von Chiang Mai entfernt. Thai Care hat dort bereits ein Kinderheim aufgebaut. „;Auf der Kaffeeplantage arbeiten Einheimische, Anpflanzungen wurden schon durchgeführt“;, erklärt Anne Rieken. Gemeinsam mit anderen Kaffeeplantagen der Bergvölker werde nun eine Genossenschaft gegründet, um gemeinsame Vertriebswege für den Kaffeeverkauf zu erschließen und zu garantieren. „;Die Kaffeebauern sind sonst oft leer ausgegangen“;, weiß die Friesoytherin. Hilfe zur Selbsthilfe soll so geleistet werden.

In die gleiche Kategorie fallen auch die Patenschaften, die von Thai Care vermittelt werden: Spender aus Deutschland übernehmen für 25 Euro monatlich die Patenschaft für ein Kind in der Region um Mae Hong Son. Die Kinder leben weiterhin in ihren Familien, die durch die Spende überhaupt erst dazu in der Lage sind, ihre Kinder zu ernähren. „;Das sind Familien, die es alleine nicht schaffen würden. Die Kinder leben häufig nur bei der Mutter oder den Großeltern, wenn sie keine Eltern mehr haben.“; Eine Bedingung gibt stellt Thai Care für eine Patenschaft auf: Die Kinder müssen zur Schule geschickt werden. Auch Anne Rieken hat eine Patenschaft übernommen. Surapat heißt der Junge, den sie im Sommer besucht hat: „;Er hatte einige Wochen zuvor seinen Vater bei einem Unfall verloren.“; Schüchtern sei Surapat beim Kennenlernen gewesen, beim Spielen wurde das Eis gebrochen. „;Alle Paten können ihre Patenkinder besuchen. Wir schreiben für die Paten auch regelmäßig Berichte und die Kinder schicken Briefe.“;

Anne Rieken war zufrieden mit den Fortschritten bei den Projekten. Als fürchterlich hat sie im Sommer nur den Besuch in einem Dorf empfunden, in dem das Volk der so genannten „;Long Necks“; lebt. „;Wir haben dorthin Spenden gebracht und wurden in der Schule begrüßt“;, erinnert sich Anne Rieken. Dann seien Busse vorgefahren, aus denen Touristen ausstiegen, die die Frauen mit den schweren Metallringen zur Verlängerung des Halses fotografiert haben. Rieken: „;Das war wie im Menschen-Zoo, einfach entsetzlich demütigend für die Menschen in dem Dorf.“;

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http://www.thaicare.de

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg
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