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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Friesoythe

Vertrauen muss erst gewonnen werden

11.09.2019

Friesoythe Der „Grüne Knopf“ soll den Verbrauchern Durchblick im Siegel-Dschungel verschaffen. Ob Kleidung nachhaltig produziert wurde, wird nun staatlich geprüft. Erst wenn alle 46 Kriterien erfüllt sind, wird ein Kleidungsstück mit dem „Grünen Knopf“ ausgezeichnet. Wie kommt die Einführung des Siegels in Friesoythe an? Achten die Menschen beim Kauf von Kleidung darauf, ob sie nachhaltig produziert worden ist? Die NWZ hat nachgefragt.

Über das Siegel

Erstmals wird mit dem „Grünen Knopf“ ein staatliches Siegel für Textilien in Deutschland eingeführt.

26 soziale und ökologische Produktkriterien müssen erfüllt sein, um das Siegel zu bekommen. 20 Kriterien werden an die Unternehmen gestellt. Dazu gehören unter anderem die Analyse der Lieferkette und Transparenz.

Bei den Umweltkriterien wird darauf geachtet, dass keine gefährlichen Chemikalien eingesetzt werden, die Stoffe biologisch abbaubar sind und Grenzwerte für Abwasser eingehalten werden.

Die sozialen Kriterien schreiben ein Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit vor. Zudem müssen die vor Ort üblichen Mindestlöhne gezahlt und Überstunden ausgezahlt werden.

Bestehende Siegel werden nach einer Prüfung ebenfalls anerkannt.

Leon Witte, Schüler an den BBS in Friesoythe, findet die Einführung des Labels gut und würde beim Kauf neuer Kleidung auch darauf achten. Er macht jedoch auch ein Einschränkung: „Wenn die Kleidungsstücke zu teuer sind, würde ich auch andere Produkte kaufen.“

Die Verlässlichkeit des Labels ist gleich mehreren Befragten wichtig. „Ich muss mich darauf verlassen können, dass die Kriterien eingehalten werden“, sagt Manuela Eilers und ergänzt: „Ich denke, wenn das Label bekannter ist, werden die Leute sehr darauf achten.“ Auch die 25-jährige Jennifer Gerdes aus Sedelsberg weiß, wann sie einem solchen Label vertrauen würde: „Die Bedingungen, unter denen die Kleidung produziert wird, müssen öffentlich gemacht werden.“ Damit nennt sie eines der 20 Kriterien, die Unternehmen erfüllen müssen, um den „Grünen Knopf“ zu erhalten.

Allein die Tatsache, dass es sich um ein staatliches Siegel handelt, schafft für BBS-Schüler Julian Struck kein Vertrauen: „Man sollte gucken und hinterfragen, wofür die Siegel stehen. An sich finde ich die Idee aber ganz gut und würde auch darauf gucken.“

Petra Rockschmidt-Lücking aus Altenoythe bewertet die Einführung des staatlichen Siegels positiv und hofft auf eine bessere Orientierungsmöglichkeit für die Verbraucher. „Es fällt schwer, bei den ganzen Siegeln im Moment den Überblick zu behalten“, sagt sie.

Nachhaltige Kleidungsproduktion ist auch Ingrid Gerwald wichtig. „Ich würde auf das Siegel achten. Jetzt muss man jedoch gucken, ob sich das Siegel durchsetzt, was ich wirklich hoffe“, meint sie.

Der gebürtige Friesoyther Bernhard Moormann, der heute in Jena lebt, bezeichnet das Label als „sinnlos, weil es nicht den Zweck erfüllen wird, den es soll. Bekleidungshersteller werden immer wieder in Indien und Pakistan zu menschenunwürdigen Bedingungen produzieren“. Ihm ist wichtig, dass die gesamte Produktionskette erfasst wird, bevor ein solches Siegel ausgestellt würde.

Das Kaufinteresse der Leute sei jedoch anders. Wenn jeder dazu bereit wäre, einen kostendeckenden Preis zu bezahlen, würden diese ganz anders hergestellt werden, betont er. Der 58-Jährige kaufe ausschließlich qualitativ gute Kleidung, die lange halte und er auch lange trage. Er würde aber nicht auf ein Siegel wie den „Grünen Knopf“ achten.

Nils Coordes Redakteur / Newsdesk
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