FRIESOYTHE - Primeln und Erika stehen schon in Blüte. Auch viele Tiere haben ihren Winterschlaf vorzeitig beendet.
Von Reiner Kramer
FRIESOYTHE - Temperaturen wie im Frühling. Am Dienstag wurden in Oldenburg über 14 Grad gemessen, ein Spitzenwert für einen Januartag. Damit war es in der sonst eher kühlen Region sogar wärmer als auf Mallorca, Nizza oder Barcelona. In Friesoythe kletterte das Thermometer gestern zeitweise auf über zehn Grad. Die Menschen in Friesoythe und Umgebung genossen die Sonnenstrahlen bei einem kleinen Stadtbummel oder einem Spaziergang durch den Stadtpark. Die für diese Jahreszeit überdurchschnittlich hohen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt.Primeln und Stiefmütterchen verkauft Hermann Bohlsen, Inhaber der Gärtnerei Bohlsen in Markhausen, schon jetzt. „Die Primeln stehen schon sehr schön in Blüte, ohne die Wärme wären sie noch nicht so weit“, stellt der Gärtner mit Blick auf die Blumenpracht fest. Allerdings seien einige Pflanzen für die Blüten noch zu schwach. Auch die Winterheide, die „erika carnea“, wirft Blüten. „Normalerweise blüht die erst Mitte Februar“, so Bohlsen.
Im großen Garten von Dorothea Meinsen sind die Braunfrösche seit einigen Tagen aus dem Winterschlaf erwacht – viel früher als sonst. „Eichhörnchen toben bei uns auch schon wieder durch den Garten.“ Bei solch warmen Temperaturen überleben zumeist mehr Insekten den Winter, als bei Frost. Auch weniger Vögel ziehen in den Süden, hat Meinsen festgestellt. „Wenn sie hier genügend zu fressen haben, gibt es dafür ja keine Veranlassung.“
Auf das Getreidewachstum habe das Hoch nur wenig Auswirkungen, sagt der Ortsvolkvorsitzende des Landvolkverbandes Friesoythe, Andreas Schmies. Probleme könnte es allerdings bei Wintergetreide geben. „Das warme Wetter hat dafür gesorgt, dass die Pflanzen schon wachsen. Dadurch werden sie kälteempfindlich.“ Wechselhaftes Wetter zwischen Frost und Wärme sei für diese Getreidearten sehr schädlich.
