Markhausen - Das 60-jährige Bestehen der Waldsiedlung in Markhausen wurde von den Anwohnern groß gefeiert. Dazu hatten sie ihre beschauliche Siedlung am Wochenende festlich herausgeputzt. Die ganze Siedlung war auf den Beinen, um zu feiern. Aber auch Ehemalige wie Martin Brand aus Osnabrück und seine Schwester Ingrid Brand aus Berlin waren angereist, um sich den runden Geburtstag an ihrer Geburtsstätte nicht entgehen zu lassen. Auch die derzeit älteste Anwohnerin, die 95-jährige Gertrud Lange, feierte kräftig mit.

Das Jubiläum war den Nachbarn sogar eine Chronik wert, in der sie die Entwicklung der Siedlung und ihrer Menschen aufgezeichnet hatten. Federführend dafür verantwortlich war Autor Erich Meyer. Der Versicherungskaufmann hatte auch das Jubiläumsfest auf der grünen Wiese organisiert. „Mit 50 Jahren haben wir nicht gefeiert. Doch die Anwohner werden immer älter“, so Meyer. Daher war sein Motto zur Jubiläumsfeier: „Wenn nicht jetzt, wann dann“.

Der 80-jährige Franz Brand, er ist der letzte überlebende Waldarbeiter der Siedlung, erläuterte den Gästen, wie es zum Siedlungsbau kam. „Als wir 1957 mit der Rodung der Waldfläche an der Vorderthüler Straße begannen, war es nicht leicht. Es war eine anstrengende schweißtreibende Arbeit“, erinnert sich Brand. Die Siedlung war Waldarbeitern vorbehalten. Der erste Bewohner war Fritz Klein. Der Quadratmeterpreis betrug damals 70 Pfennig. „Das mag wenig klingen, aber das Einkommen als Forstarbeiter war damals gering. Ein Kraftakt für die Familien.“ Daran konnte sich auch noch Agnes Büssing – die hier am längsten lebende Frau – erinnern. Bei kühlen Getränken und leckerem Gegrillten blickten die Anwohner auf sechs Jahrzehnte zurück und schwelgten in Erinnerungen. Eines steht besonders für die Waldsiedlung: Der Zusammenhalt unter den Nachbarn.