NEUSCHARREL/STADSKANAAL - NEUSCHARREL/STADSKANAAL/BON - Mächtig amüsiert hat sich gestern Abend Werner Fuhler, Kirchenprovisor der St.-Ludger-Kirchengemeinde in Neuscharrel, über eine Meldung der Deutschen-Presse-Agentur (dpa).
Dort hieß es, dass eine niederländische Gemeinde ihre lange vermisste Glocke in Neuscharrel wiedergefunden habe. Die Gläubigen jenseits der Grenze sollten in Neuscharrel fündig geworden sein. Die Glocke sei 1945 von den deutschen Besatzern ausgehängt worden, um sie zur Munitionsherstellung umzuschmelzen. Doch in den letzten Kriegstagen sei sie offenbar in die nach einem Brand wieder aufgebaute Kirche von Neuscharrel eingebaut worden. Der Pfarrer der Reformierten Gemeinde in Stadskanaal wolle über eine Rückgabe sprechen, aber die guten Beziehungen zur deutschen Seite nicht belasten. Er sagte der Zeitung „Telegraaf“: „Wir haben ja eine Glocke, so ist es nicht, und ein Rücktransport kostet ja auch einiges. Aber es ist ein wichtiges Utensil, wie ein Taufbecken oder eine Kanzel, und die Deutschen müssen wissen, welche Gefühle damit verbunden sind.“
Provisor Fuhler sagte gegenüber der NWZ , dass die 1866 gebaute Neuscharreler Kirche zwar mit einer holländischen Glocke bestückt war, doch die sei beim Brand von 1899 zerstört und im Feuer geschmolzen worden. Die neue Neuscharreler Kirche verfüge über drei Glocken – und die seien in der westfälischen Stadt Gescher gegossen worden.
