Friesoythe - „Beim Eisenfest geht die Post ab“, versprach Bürgermeister Johann Wimberg auf dem offiziellen Empfang zum Eisenfest am Freitagmorgen im Forum am Hansaplatz. Damit meinte er nicht nur die hoffentlich gute Stimmung während des Volksfestes, das am Freitag eröffnet und noch bis Sonntag andauern wird. Wimberg schlug damit gleichzeitig eine Brücke, um den rund 140 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und weiteren Institutionen den Gastredner vorzustellen: Udo Post.

Dieser ist Fortbildungsleiter des Niedersächsischen Studieninstitutes für kommunale Verwaltung. Dort werden unter anderem die Verwaltungskräfte der Stadt Friesoythe aus- und weitergebildet. Wer jetzt aber eine dröge Rede in Sachen Verwaltung befürchtet hatte, sah sich getäuscht. Udo Post konnte mit einer unterhaltsamen Rede aufwarten, garniert mit einigen Gesangseinlagen.

Post erzählte einige Geschichten aus der Aus- und Weiterbildung für kommunale Verwaltung. Weibliche Führungskräfte waren unter anderem en Thema. Dabei lobte er, dass es sowohl in der CDU und SPD weibliche Fraktionsvorsitzende geben würde. Schwer tue er sich bei der femininen Anredeform „Innen“, zum Beispiel Studenten und Studentinnen, Leser und Leserinnen. Ihm sei dabei aufgefallen, dass die Form „Innen“ niemals bei belastenden Begriffen benutzt werde. „Oder haben sie schon von Steuerhinterziehern und Steuerhinterzieherinnen gehört?“

Dann ging er kurz auf die Wahlen ein, er gehe davon aus, dass sich hier alle Politiker an ihre Wahlversprechen halten würden. „Ansonsten haben wir durchaus Gedächtnistraining im Programm“, so der Fortbildungsleiter.

Post regte an, dass die Stadt Friesoythe doch auf Sponsoring setzen solle. Ähnlich wie im Fußball die Stadiennamen könnte man auch den Namen für das Forum verkaufen. Beispiele hatte er auch gleich parat: „Hümmlinger-Wurst-Arena“ oder „Wiesenhof-Gockel-Center“. Zusätzlich könne man die Ratsmitglieder mit Trikots in den Parteifarben einkleiden lassen. Das würde die Übersicht für den Sitzungsbesucher erleichtern. Post: „Ich fürchte aber, es würde die Sitzungssäle in Südoldenburg zu sehr verdunkeln.“

Mit Lob für die Friesoyther sparte er nicht. Wer Friesoythe besuche, spüre: „In dieser alten Hansestadt blühen Handel, Handwerk und Landwirtschaft, gibt es Tradition und Innovation.“ Hier würde man miteinander reden, sich gegenseitig helfen, man habe ein Herz für den Nachbarn. „In manchen Großstädten hat man ja eher das Gefühl, es gibt dort mehr Kardiologen als Menschen mit Herz“, so Post. Er rief alle Bürger dazu auf, am Wochenende in die Stadt zu kommen, denn: „Das Eisenfest ist der Rettungsschirm für alle Übelgelaunten.“

Am Abend wurde das Eisenfest mit einem öffentlichen Festakt in der Stadtmitte eröffnet. Da durften die sieben symbolischen Hammerschläge auf den Amboss und das Entzünden des Schmiedefeuers nicht fehlen. Anschließend sorgte die Band AM/FM im Festzelt für Stimmung und eine Feuerperformance in der Stadtmitte begeisterte mit einer tollen Show. Bis Sonntag bieten Stadt, Geschäftsleute, Schausteller und Schmiedehandwerker aus aller Welt ein abwechslungsreiches Programm in der Innenstadt.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)